65 Jahre nach dem Mauerbau: Kleinmachnow und Steglitz-Zehlendorf erinnern gemeinsam
Wo einst die Mauer Menschen und Nachbarn voneinander trennte, kamen Kleinmachnow und Steglitz-Zehlendorf am 13. August 2026 zusammen: Gut 80 Menschen erinnerten am 65. Jahrestag des Mauerbaus an die Opfer der deutschen Teilung – und daran, wie wertvoll die heute selbstverständliche Nachbarschaft über die frühere Grenze hinweg ist.
Bürgermeister Bodo Krause spannte in seiner Rede den Bogen von der Geschichte Kleinmachnows bis in die Gegenwart. Der Bau der Mauer habe das Leben vor Ort von einem Tag auf den anderen verändert: Straßen und gewohnte Wege endeten plötzlich, Familien und Freunde wurden getrennt, Arbeitsplätze unerreichbar.
65 Jahre später rücke eine andere Aufgabe immer stärker in den Mittelpunkt, so Krause: die Erinnerung an kommende Generationen weiterzugeben. Immer weniger Zeitzeugen könnten aus eigener Erfahrung vom geteilten Deutschland berichten. Umso wichtiger sei es, die Geschichte des Ortes und die Schicksale der Opfer lebendig zu halten. Zugleich zeige das heutige Miteinander mit Steglitz-Zehlendorf, wie grundlegend sich das Leben an der früheren Grenze verändert habe. Wo einst Stacheldraht und Schlagbäume standen, sei Nachbarschaft längst wieder selbstverständlich.
An der Gedenkveranstaltung nahmen neben Bürgermeister Bodo Krause auch die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg, und die Vorsitzende der Kleinmachnower Gemeindevertretung, Kathrin Heilmann, teil. Hinzu kamen weitere Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Kleinmachnow und des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf, der Gemeindevertretung und der Bezirksverordnetenversammlung sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger.
Das Gedenken führte vom Adam-Kuckhoff-Platz zum nahe gelegenen Gedenkkreuz für Karl-Heinz Kube auf Zehlendorfer Seite. Mit Kranzniederlegungen an beiden Orten würdigten die Anwesenden die Opfer der deutschen Teilung.
Nach der Zeremonie blieben viele noch auf dem Adam-Kuckhoff-Platz beisammen. Bei persönlichen Begegnungen und einem regen Austausch zwischen Kleinmachnow und Steglitz-Zehlendorf zeigte sich dabei fast beiläufig, was heute selbstverständlich erscheint und über Jahrzehnte unmöglich war: Menschen von beiden Seiten der früheren Grenze kommen hier als Nachbarn zusammen.