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Kleinmachnower Chronik

2020 sollte ein Jahr der großen Feiern werden, denn Kleinmachnow feierte den 100. Geburtstag. Am 1.4.1920 wurde aus dem Gutsdorf Klein-Machnow die demokratische Landgemeinde Kleinmachnow. Statt der Gutsherrschaft sollten fortan frei gewählte Gemeindevertreter und für viele Jahre der Ortsvorsteher Heinrich Funke die Geschicke des Ortes in die Hand nehmen.

100 Jahre Kleinmachnow

Doch auch das Kleinmachnower Jubiläum blieb nicht von den Folgen der Corona-Pandemie verschont. Schweren Herzens musste die Gemeinde bereits im Frühjahr 2020 die Reißleine ziehen und ihre geplante große Festveranstaltungen erst verschieben und dann doch absagen. Und es wurde nicht besser. Die Kleinmachnower Jubiläumsnächte auf dem Rathausmarkt und viele weitere zusätzliche Angebote von unseren Partnern aus Vereinen und Initiativen fielen dem Corona-Lockdown zum Opfer. Doch eins ließen wir uns nicht nehmen:

100 Jahre Kleinmachnow – Das Stück zum Jubiläum

Lange geplant – und mehrfach verschoben – konnte unser Jubiläumsstück Anfang Novomber 2021 doch noch auf die Bühne gebracht und der Kleinmachnower Geburtstag mit einer ganz besonderen und unterhaltsamen Zeitreise nachgefeiert werden. Vier ausgebuchte Vorstellungen – drei Mal dank 2G-Regel auch im vollbesetzten Saal der Neuen Kammerspiele – trösteten doch über Vieles hinweg.


Was davor geschah...

Immerhin konnten wir 2020 sechs Ausstellungen, wenn auch teilweise nur virtuell, zeigen. Doch Herbert Sanders „Retrospektive“ gab es noch komplett analog und vor Ort. Die Ausstellung „FrauenLeben in Kleinmachnow“ mit Werken Kleinmachnower Künstlerinnen konnten wir zwar noch festlich eröffnen, mussten dann aber die Rathaustüren schließen. Die Bilder waren über unsere Website jedoch weiterhin präsent.  „Kleinmachnow auf historischen Postkarten“ konnten wir leider insgesamt nur über die PC-Ansicht zeigen. Für die wunderbaren Ergebnisse des Kinderkunstwettbewerbs sowie des tollen KITA Projekts „100 - wie viel ist das denn?“ war es glücklicherweise wieder möglich, das Rathausfoyer ein wenig öffnen. Und auch die Ausstellung, mit der wir den Geburtstag Herbert Langes würdigten, durfte wenigstens für kurze Zeit real bewundert werden. Im Sommer 2021 gab es dann auch noch die Möglichkeit, nachträglich Mario Wilperts Fotos von "Lost Places" in Kleinmachnow ganz analog im Rathaus zu präsentieren.

Die Gemeinde lieferte schließlich pünktlich zum Jubiläum noch eine umfangreiche Chronik der Gemeinde und bietet an fünf Orten anhand historische Fotos einen Vergleich zum heutigen Kleinmachnow.

Nicht vergessen wollen wir an dieser Stelle die interessanten Veranstaltungen rund um das Museumsprojekt "100 Jahre feiern", das jedoch am Ende leider auch nicht mehr realisierbar war. Eine Silent Reading Party an der Bücherbox vereinte Leseratten, und es konnte(n) Kleinmachnower Geschichte(n) auf dem Rad erlebt werden: 100 Jahre Bauhaus und Neue Sachlichkeit auch bei uns im Ort! Zudem gab es ein Gratulationskonzert zum 100-jährigen Jubiläum mit den Dozenten der Kreismusikschule und den Vortrag von Rudolf Mach vom Heimat- und Kulturverein Kleinmachnow "Von Bürgermeister Funke bis Michael Grubert" und ein "Diner blanc" auf dem einstigen Grenzstreifen am Wolfswerder.

Nicht zuletzt hatte die Gemeinde sich das Ziel gesetzt im Jubiläumsjahr die Zahl der Kleinmachnower Baumpatenschaften auf 100 zu steigern. Leider ist das nicht gelungen, denn nur 75 Bäume fanden Paten oder Patinnen, doch das soll uns icht hindern, weiterhin Patenschaften für unsere Straßenbäume zu suchen...



Wandern Sie zurück in die Kleinmachnower Geschichte

Auch in Kleinmachnow finden sich immer wieder einmal Zeugnisse ältester Zeiten. Meist sind große Baumaßnahmen der Anlass für archäologische Spurensuche, wie zuletzt 2016 im Alten Dorf, als nicht nur Mauerreste des alten Gutshofs ans Licht geholt wurden sondern sogar Scherben aus der Bronzezeit. Was noch so in und um die "Parva Machenow" passierte können Sie in unserer "Aufklapp-Chronik" hier nachlesen.

Mit Corona in ein neues Jahrzehnt

2020 – ...

2020

Es sollte ein Jahr des Feierns werden, denn am 1.4.1920 – also vor 100 Jahren – wurde aus dem Gutsdorf Klein-Machnow eine demokratische Landgemeinde und aus Förster Heinrich Funke der erste gewählte Bürgermeister, oder richtiger: Ortsvorsteher. Doch statt von groß geplanten Jubiläumsveranstaltungen wird das Jahr von einem kleinen Virus namens „Corona“ bestimmt. Erstmals Ende 2019 in China aufgetaucht, breitet es sich pandemisch in der ganzen Welt aus und erreicht bald auch Deutschland und im März dann Kleinmachnow. Den Frühling verbringt das Land mit Kontaktbeschränkungen, geschlossenen Schulen, Geschäften und Rathäusern, abgesagten Veranstaltungen und geplatzten Urlaubsträumen. Nach leichter Entspannung im Sommer steigen die Infektionszahlen so sehr, dass erneut ein Lockdown verordnet wird. Heimische Küchen werden zu Büros, Kinderzimmer zu Klassenräumen, die Kammerspiele zum Testzentrum…

Etwas Jubiläum feierte Kleinmachnow aber dennoch. So gab es Ausstellungen – wenn auch oft nur virtuell – erst mit Werken Kleinmachnower Frauen und später der Kinder aus dem Ort. Auch historische Postkarten waren online zu bewundern. Eine gebundene Chronik erscheint und fasst weit mehr als 100 Jahre Kleinmachnower Geschichte zusammen.

Ein paar Dinge außer Corona haben Kleinmachnow ebenfalls noch bewegt. Da ist vor allem ein Bombenfund Anfang Februar in Stahnsdorf, nahe der Ortsgrenze, zu nennen. Um die britische Fliegerbombe vor Ort sprengen zu können, sind 4200 Menschen zu evakuieren, darunter auch 600 Kleinmachnower. Letztere finden zum Teil eine Nacht lang Aufnahme im Rathaus, wo ihnen Bürgersaal und Bibliothek geöffnet werden.

Um zwei weitere Abschnitte wächst der Rad- und Wanderweg Kanalaue. In Richtung Westen reicht er nun bis zur alten Autobahnbrücke. Und seit Oktober ist auch die Allee am Forsthaus zwischen Schleuse und Machnower See hervorragend zu befahren.

Abschied nehmen heißt es am 17. November. Kleinmachnows Ortschronist Günter Käbelmann stirbt 84-jährig nach langer schwerer Krankheit.

2021

Noch immer gibt Corona keine Ruhe...

Angekommen im Hier und Jetzt

2010-2019

2010

Der 1962 als Joliet-Cuire-Club gegründete Kulturverein Kleinmachnow wird aufgelöst. Die Deutsche Flugsicherung gibt die Flugrouten für den neuen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld bekannt und löst einen Sturm der Entrüstung in der Region aus. Entgegen aller bisherigen Ankündigungen sollen diese auch direkt über Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow führen. Zu Protestdemos versammeln sich am 21. September rund 1500 Menschen und am 12. Dezember fast 4000 Menschen auf dem Rathausmarkt.

Positiv sind dagegen die Nachrichten von der Kleinmachnower Schleuse: Deren umstrittener Ausbau wird im November vom Bundesverkehrsministerium überraschend abgesagt. Nach 18 Jahren ist der letzte Bauabschnitt der Sanierung der Eigenherd-Schule abgeschlossen.

2011

Der Ärger um die Flugrouten für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg hält an. In der Fluglärmkommission sitzen nun aber auch die Bürgermeister aus Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf mit am Tisch und kämpfen um Nachbesserungen. Gegen das Planfeststellungsverfahren, an dem Kleinmachnow nicht beteiligt wurde, geht die Gemeinde auch gerichtlich vor.

Die Sanierung des „Panzerdenkmals“ an der Autobahn wird abgeschlossen. Die Schneefräse erstrahlt im November wieder in leuchtendem Pink.

Zum 40. Mal startet im Mai ein Hilfstransport der evangelischen Kirche nach Rumänien. Den jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz von Pfarrer Dieter Langhein und seinem Team würdigt die Gemeinde mit einem Eintrag ins Goldene Buch.

Im November wird im Bürgerbüro Kleinmachnows der 20.000. Einwohner begrüßt.

2012

Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg ist nach wie vor eines der wichtigsten Themen der Region. Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH), Stahnsdorf und Privatpersonen klagt Kleinmachnow nun auch gegen die Festlegung der sogenannten „Wannsee-Route“, die Kleinmachnow, Stahnsdorf, Teltow und den Südwesten Berlins massiv belasten würde. Die Klage gegen das Planfeststellungsverfahren wird im Juli abgewiesen. Auch gegen die zu erwartenden Nachtflüge wehren sich Menschen der Region und starten ein Volksbegehren dagegen. Auch wenn die Eröffnung des neuen Flughafens überraschend abgesagt wird, unterstützen 106.332 Brandenburger – darunter 7279 Kleinmachnower - dieses Volksbegehren.

Kleinmachnows alter Verwaltungssitz am Meiereifeld 35 wird im August abgerissen. Gebuddelt wird auch im Alten Dorf. Um die Überreste des einstigen Gutshofes zu dokumentieren, finden archäologische Grabungen statt. Altes Mauerwerk der Stallungen und Kopfsteinpflaster kommen dabei für kurze Zeit ans Tageslicht.

Maximilian Tauscher wird für sein politisches und ehrenamtliches Engagement seit der Wende zu seinem 75. mit einem Eintrag ins Goldene Buch geehrt.

Die KulturGenossenschaft Neue Kammerspiele eG – ein Zusammenschluss engagierter Bürger - übernimmt den Betrieb des traditionsreichen Kleinmachnower Kulturhauses, um ihm neues Leben einzuhauchen.

2013

Mit ihrer Unterschrift besiegeln die Bürgermeister Thomas Schmidt (Teltow), Bernd Albers (Stahnsdorf) und Michael Grubert (Kleinmachnow) im April die Gründung der Freibad Kiebitzberge GmbH. Damit teilen sich fortan die drei Kommunen die Verantwortung für das Freibad.

Ins Goldene Buch der Gemeinde trägt sich im Mai die 92-jährige Künstlerin Emma-Maria Lange ein, die als „Mutti“ von Pitti-Platsch und weiterer Sandmännchen-Figuren weit über Kleinmachnow hinaus bekannt wurde.

Im Landarbeiterhaus am Zehlendorfer Damm 200 - einem der wenigen Überbleibsel des alten Kleinmachnow - beginnt nach Umbau und Sanierung im Juni eine neue Ära als kultureller Treffpunkt. Die Jugend erhält mit dem Kinder- und Jugendcafe "CupCake" an den Hohen Kiefer einen neuen Treffpunkt.

Im Dauereinsatz ist die Freiwillige Feuerwehr, als im Dezember der Sturm Xaver über die Gemeinde fegt. Zu 25 Einsätze rücken die Kameraden aus, vor allem um Gefahrenstellen durch umgestürzte oder abgeknickte Bäume zu beseitigen.

2014

Mehrheitlich entscheidet sich im Januar nach intensiven Diskussionen die GV dafür, den Neubau der Evangelischen Kirche im Alten Dorf zuzulassen. Am Adolf-Grimme-Ring beginnt im Juni der Bau der neuen Grundschule Auf dem Seeberg, die zum Schuljahr 2015/2016 fertig sein muss. Die ersten Mieter beziehen im August die 52 neuen barrierefreien Wohnungen an der Heinrich-Heine-Straße, die die Gewog mit Unterstützung der Gemeinde gebaut hat. Und in Dreilinden sind endlich die Zeiten holpriger Sandpisten vorbei. Frisch asphaltierte Straßen und neue Beleuchtung erfreuen nun die Anwohner.

Der Platz an der Ecke Hohe Kiefer, Förster-Funke-Allee erhält im Mai den Namen Margarete Sommers sowie eine Stele zum Gedenken an weitere „Stille Helden“, die während des NS-Regimes Mut bewiesen und Menschen vor Tod und Verfolgung bewahrten.

Zwei neue Eintragungen füllen das Goldene Buch der Gemeinde. Zum seinem 60. Geburtstag erhält Kleinmachnows Ex-Bürgermeister Wolfgang Blasig die Einladung sich darin zu verewigen. Ihm folgt im November anlässlich des 25. Jahrestag des Mauerfalls Pfarrer Reinald Elliger der im Herbst 1989 die Kirche zur freien Diskussionen über Veränderungen.

2015

Die große Flüchtlingswelle erreicht im Januar auch die TKS-Region, es folgt eine Welle der Hilfsbereitschaft, die im Rathaus Kleinmachnow koordiniert wird. Unterstützt wird auch die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt sowie einer Schatzkammer für Kleider und Sachspenden im Ort.

Durch das ganze Jahr ziehen sich teils erbitterte Diskussionen um den B-Plan-Entwurf für die Gartensiedlung Kleinmachnow-Süd. Statt Wohnsiedlung soll „Klein-Moskau“ als Wochenendhausgebiet ausgewiesen werden. Nicht jeder Bewohner behält damit sein dauerhaftes Wohnrecht, doch Einzelfalllösungen sollen Härtefälle vermeiden.

Das neue Schuljahr beginnen die Schüler der Grundschule auf dem Seeberg im pünktlich fertiggestellten neuen Schulhaus am Adolf-Grimme-Ring. Komplett neu gebaut wird auch die marode Straße Am Hochwald auf dem Seeberg. Zur Eröffnung im November wird sie offiziell zur Schopfheimer Allee.

Der Fund einer Olympischen Goldmedaille von 1932 wird zum Sommermärchen. Aufgetaucht ist das mehr 80 Jahre alte Stück bei Sanierungsarbeiten in der Kita „Waldhäuschen“. Dort war sie zurückgeblieben als der Mieter Horst Hoeck, Mitglied des Deutschen Gold-Ruder-Vierers in den 1940er Jahren in den Westen floh. Nun erhielt die Familie die Medaille zurück.

Ins Goldene Buch der Gemeinde wurde Gisela Stahn eingetragen, die seit mittlerweile 20 Jahre als Schiedsfrau der Gemeinde Streitigkeiten zu schlichten versucht.

2016

Die Stammbahn-Debatte nimmt Fahrt auf, und die Wiederinbetriebnahme der Strecke bekommt seit Januar immer mehr Zuspruch, nicht nur in der Gemeinde, sondern auch im Land Brandenburg und in Berlin.

Großes Kino gibt es im Februar in den Kammerspielen, denn die Berlinale ist zu Gast und sorgt mit rotem Teppich, Promiauftritten und Blitzlichtgewitter für echten Glamour im alten Haus. Das ehemalige Verkaufsbüro der Sommerfeldsiedlung in Karl-Marx-Straße 117 kommt ebenfalls zu neuen Ehren, denn es wird im September für wenige Wochen zu einem Kleinmachnow-Museum, das Lust auf mehr macht.

Viel tiefer in die Vergangenheit geht es im Alten Dorf, denn bevor dort die Evangelische Auferstehungskirche ihren Neubau errichten kann, wird erneut den Archäologen das Feld überlassen. Und die machen ganz erstaunliche Entdeckungen. Nicht nur die Mauern und Fundamente des alten Gutshofs werden ans Tageslicht geholt, sondern auch mittelalterliche und sogar urgeschichtliche Relikte, die einen Blick in die früheste Geschichte Kleinmachnows ermöglichen.

Die Zukunft des Alten Dorfes beginnt im November mit der Grundsteinlegung für das neue Kirchengebäude.

Grund zum Feiern gibt es im Freibad. Am 1. Mai wird der 40. Geburtstag der Anlage begangen. Abschied nehmen muss die Gemeinde auch von Emma-Maria Lange. Die Puppen-Macherin, die auch Sandmännchen-Star Pitti-Platsch ein Gesicht gab, stirbt am 5. Mai.

Zum Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde wird in diesem Jahr Prof. Dr. Hubert Faensen eingeladen, um ihn für sein Engagement und intensiven Recherchen zur Hakeburg zu ehren.

Bürgermeister Michael Grubert setzt sich in den Bürgermeisterwahlen knapp gegen Herausforderin Uda Bastians-Osthaus (CDU) durch.

2017

Die Gemeinde geht mit ihrem ersten Bürgerhaushalt an den Start. 632 Vorschläge werden von der Bürgerschaft gemacht. 148 davon werden zur Abstimmung gestellt, an der sich immerhin 2305 Kleinmachnower beteiligen. Die elf Vorschläge mit den meisten Stimmen werden von den Gemeindevertretern beraten und - in teilweise abgeänderter Form auf den Weg gebracht.

Die Feuerwehr, die in diesem Jahr ihren 85-jähriges Jubiläum feiert, fährt in diesem Jahr Rekordeinsätze. 577 Mal muss sie ausrücken. Ein großer Teil der Einsätze ist der Natur geschuldet, die Im Sommer für gewaltige Regenmengen und im Herbst für heftigste Stürme sorgt. Selbst mächtigsten Eichen müssen da klein beigeben.

150 Jahre alt wäre Förster Funke in diesem Jahr geworden. Zur Feier sind auch einige Nachfahren geladen, darunter Valentin, der wie sein Ururgroßvater, am 21. September Geburtstag feiert - in diesem Jahr seinen 18.

Lesestoff aus der Telefonzelle gibt es ab Ende November am Puschkinplatz. Die neue Bücherbox, die zum unkomplizierten Büchertausch einlädt, wird von den Kleinmachnowern gut angenommen.

2018

Mit dem Ostergottesdienst erhält im April der neue Kirchsaal der evangelischen Auferstehungsgemeinde im Alten Dorf seine Weihen. Tags zuvor verabschiedeten sich die Gemeindemitglieder von ihrem alten Gebäude im Jägerstieg und zogen mit Kreuz und Skulpturen in einer langen Prozession zu ihrem neuen Gemeindehaus.

Trauer um Reinald Elliger (geb. 1931). Der Pfarrer i. R. stirbt am 25. März. Er zählte zu denen, die der Diktatur der DDR die Stirn boten und im Herbst 1989 den Weg bereiteten für die friedliche Revolution, indem er die Türen der Evangelischen Kirche öffnete und den Menschen Raum bot für ihre Diskussionen.

Mit einer Eintragung in das Goldene Buch wird am 8. Mai die Aktionsgruppe Stolpersteine geehrt. Sie sorgte in der Gemeinde für mittlerweile 22 Stolpersteine und erinnert damit an Menschen, die unter der Naziherrschaft Opfer von Vertreibung, Emigration und Deportation wurden.

Am 2. Juni wird das Freibad Kiebitzberge wiedereröffnet. Nachdem in den Vorjahren bereits Sanitäranlagen und Sauna modernisiert wurden, glänzt das Bad nun auch mit neuen Edelstahlbecken und modernster Technik.

Begleitet von den warmen Klängen echter Alphörner kann im August der Stolper Berg erstmals erklommen werden. Die einstige Mülldeponie am Stolper Weg steht nach Renaturierung und langjähriger Beobachtung nun für einen Spaziergang offen.

Auch für die sportbegeisterte Jugend gibt es Neues: In der Max-Planck-Allee im Europarc erhält sie eine öffentliche Parkour-Anlage, die in Zusammenarbeit mit Jugendlichen vom Verein Parkour Kleinmachnow geplant und errichtet wurde.

Nicht ohne Wehmut begleiten viele Kleinmachnower Ende November am Teltowkanal die Demontage der mehr als 100 Jahre alten Friedhofsbahnbrücke. In stundenlanger Millimeterarbeit wird sie in einem Stück von einem Spezialkran aus ihren Verankerungen gehoben, auf einem Transportschiff abgelegt und schließlich für den Abtransport zerlegt.

2019

Große Gewinner der Wahlen für die Gemeindevertretung am 26. Mai sind die Grünen, die mit sieben Sitzen CDU und SPD (je 5 Sitze) auf die Plätze verweisen.

Die Gründung des Zweckverbands Bauhof TKS wird von den Bürgermeistern aus Teltow, Kleinmachnoiw und Stahnsdorf besiegelt. Am 1. November 2020 soll er seine Arbeit aufnehmen und 2022 einen neuen Betriebssitz in Stahnsdorf erhalten.

Zum 15. Mal ehrt die Gemeinde einen verdienten Mitmenschen mit einem Eintrag in ihr „Goldenes Buch“. Der rennommierte Karikaturist und Satiriker Harald Kretzschmar (88) setzt am 15. August seine Unterschrift auf die von Schwiegersohn Rainer Ehrt künstlerisch gestaltete Seite.

Vier Jahre lang waren die Fußgängerbrücke im Bäkepark und die Holztreppe, die neben der Bäkemühle den Zugang zum Park herstellte, wegen Baufälligkeit gesperrt. Im September werden ein neuer barrierefreier Weg und die sanierte Brücke wieder freigegeben. Gleichzeitig kehrt auch in die Bäkemühle wieder Leben ein. Nach kompletter Sanierung durch die neuen Besitzer Petra und Knud Gastmeier wird sie nun für Arztpraxen und zum Wohnen genutzt.

Gleich sieben neue Ladestationen für jeweils zwei Elektroautos werden im Oktober in Betrieb genommen.

Im November wird der neue Kunstrasen-Sportplatz am Dreilindener Weg seiner Bestimmung übergeben, allerdings noch ohne Umkleideräume und Sanitäranlagen die erst 2020 entstehen sollen.

Eine der wichtigsten Verkehrsadern zwischen Kleinmachnow und Teltow wird am 11. November für voraussichtlich zwei Jahre gekappt. Die marode Rammrathbrücke muss ersetzt, und die Warthestraße gesperrt werden. Staus und viel Ärger sind die Folge.

Auf ihrer letzten Sitzung des Jahres tilgt die Gemeindevertretung den letzten weißen Fleck auf ihrem Flächennutzungsplan. Das Buschgrabengebiet wird zur Grünfläche und die parzellierten Grundstücke im Bereich Wolfswerder/Am Rund werden als Wohnbaufläche dargestellt.

Bild vergrößern: Das alte Dorf mit neuem Kirchsaal
Altes Dorf


Start in ein neues Jahrtausend

2000-2019

2000

In dem Jahr, in dem Kleinmachnow sein 625-jähriges Bestehen feiert, beschließt die GV, dem Ort ein richtiges Rathaus zu spendieren. Bis zu 19 Millionen Mark für Bau und Ausstattung werden dafür genehmigt. Als großes Ereignis wird zudem die Eröffnung des Sportforums gefeiert. Das seit 1936 bestehende Postamt an der Hohen Kiefer 26 schließt. Die Filiale zieht ins Geschäftshaus am OdF-Platz um.

2001

Die Internationale Schule öffnet ihre Pforten auf dem Seeberg, und ein mit Spenden finanzierter Gedenkstein erinnert am Adam-Kuckhoff-Platz nun an die Opfer der Teilung Deutschlands. Erneut wird gewählt in Kleinmachnow. Alter und neuer hauptamtlicher Bürgermeister ist mit deutlicher Mehrheit Wolfgang Blasig.

2002

Das in den 50er Jahren zugeschüttete Gewölbe der alten Hakeburg wird freigelegt, denn der Förderverein Alter Dorfkern plant deren Wiederaufbau. Im Dezember wird an der Förster-Funke-Allee der Grundstein für Kleinmachnows neues Ortzentrum gelegt. Die Kleinmachnowerin Cornelia Behm (B 90/DGrüne) wird in den 15. Deutschen Bundestag gewählt.

2003

Eine bronzene Gedenktafel am Tor der Biologischen Bundesanstalt erinnert seit Mai an das Schicksal von Zwangsarbeitern, die von 1941 bis 1945 im damaligen Boschwerk Flugzeugteile bauen mussten.

2004

Am 1. April wird das neue Ortszentrum als „Rathausmarkt“ mit einem großen Fest eröffnet. Im Dezember können auch Verwaltung und Gemeindebibliothek dort ins neue Rathaus einziehen. Die Eröffnung einer evangelischen Grundschule sorgt für Entlastung, da die beiden kommunalen Grundschulen aus allen Nähten platzen. Ein altes Thema bekommt neues Gewicht: Nachdem die Anerkennung als gemeinsames Mittelzentrum abgelehnt wurde, wird wieder über eine Fusion der Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf und der Stadt Teltow diskutiert, denn gemeinsam erhielte die Region mehr Zuschüsse vom Land.

2005

Mit Freigabe der neu gebauten Schleusenbrücke ist eine alte Verkehrsverbindung zwischen Kleinmachnow und Stahnsdorf wieder hergestellt. Das Freibad Kiebitzberge verzeichnet am 29. Mai mit 4075 Badegästen einen neuen Tagesrekord. Und im Einwohnermeldeamt wird der 18.000. Einwohner registriert. Die wachsende Zahl von Kindern in Kleinmachnow machte es nötig: Die Gemeinde eröffnet nach den Sommerferien in einem Bestandsgebäude auf dem Seeberg eine dritte kommunale Grundschule.

2006

Der Seeberg ist verkauft. Die Telekom ist mit der Internationalen Schule Berlin-Brandenburg ins Geschäft gekommen. Nun geht es an die Verwirklichung der Campus-Pläne. Während Verwaltung und Gemeindevertreter über die beste verkehrliche Erschließung diskutieren, beginnt die Internationale Schule im November mit dem Bau neuer Sportanlagen. Im September weiht die Gemeinde den „Ort der Erinnerung“ ein, mit dem sie sich ihrer Vergangenheit stellt und der Menschen gedenkt, die für die Dreilinden Maschinenbau GmbH, Zwangsarbeit für die deutsche Rüstung leisten müssen.

2007

Die wachsende Evangelische Grundschule feiert den Baustart für ein neues eigenes Gebäude. Unterdessen bekommt Kleinmachnow Zuwachs, über den sich allerdings nur Wenige wirklich freuen. Wildschweine entdecken das hohe Nahrungspotential von Grünstreifen, Vorgärten und Komposthaufen. Mit den wachsenden Schäden wird der Ruf nach dem Jäger immer lauter. Die 18-jährige Kleinmachnowerin Nelly Marie Bojahr, Schülerin des Weinberg-Gymnasiums, wird zur „Miss Germany“ gewählt. Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 75-jähriges Jubiläum und Kleinmachnow den 19.000. Einwohner.

2008

Stolpersteine des Künstlers Günther Demmig werden allerorten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in die Gehwege vor deren letzem freiwillig gewählten Wohnort verlegt. Auch in Kleinmachnow werden die ersten acht Sttolpersteine in die Gehwege gesetzt. Nach 70-jähriger Sperrung wird die Schleuse Kleinmachnow wieder für Besucher geöffnet.

2009

Weil Wolfgang Blasig zum Landrat Potsdam-Mittelmarks aufsteigt, muss Kleinmachnow nach 16 Jahren einen neuen Bürgermeister wählen. Michael Grubert (SPD) wird der neue Mann im Rathaus. Ganz Deutschland feiert den 20. Jahrestag des Mauerfalls, auch in Kleinmachnow finden aus diesem Anlass zahlreiche Veranstaltungen statt. Erstmals wird auch der Grenzverlauf wieder sichtbar gemacht. Messingbänder in den Gehwegen des Zehlendorfer Damms und der Karl-Marx-Straße zeugen nun von der einstigen Teilung Deutschlands. Die Partnerstadt Schopfheim nimmt den Jahrestag zum Anlass, einer neu gebauten Straße den Namen "Kleinmachnower Weg" zu geben. Wegen seiner Stasi-Vergangenheit verliert Dr. Klaus Nitzsche das Vertrauen der Gemeindevertretung und wird als deren Vorsitzender abgewählt.

Bild vergrößern:
2002 kreisen die Baukräne über dem neu entstehenden Ortszentrum Kleinmachnows

Vom Mauerfall bis zur Jahrtausendwende

1990-1999

1990

Mit den Strom von Besuchern aus dem Westen finden auch viele ehemalige Kleinmachnower den Weg zurück in die Heimat, zum Teil mit massiven Folgen für die hier Lebenden, denn sie fordern ihren von Nazis und DDR-Regierung enteigneten Besitz zurück. Weit mehr als 1000 Menschen verlieren so allein in Kleinmachnow ihr Zuhause. Noch heute beschäftigen zahlreiche Restitutionsansprüche – vor allem in der Sommerfeldsiedlung – die Gerichte. Die Einwohnerzahl Kleinmachnows beträgt 11.830, hat also wieder den Stand von vor dem Krieg erreicht. Bei den ersten Wahlen nach der Wende wird Dr. Klaus Nitzsche (SPD) zum Bürgermeister gewählt.

1991

An der Hohen Kiefer entstehen neue Geh- und Radwege. 50 neue Wartehäuschen gibt es für die Bushaltestellen, und erstmals regelt eine Ampel den Verkehr in Kleinmachnow, und zwar an der sanierten Kreuzung Zehlendorfer Damm/Meiereifeld. Die Gemeindevertretung beschließt das Siedlungsvorhaben Stolper Weg, wo von Rückgabeansprüchen betroffene Kleinmachnower zu günstigen Konditionen bauen können. Die gemeindeeigene Wohnungsbaugesellschaft GeWoG wird gegründet, Geschäftsführter wird Michael Grubert.

1992

Die katholische Gemeinde weiht am 28. Juni ihre neue Kirche an der Hohen Kiefer. Das unabhängige Bürgerblatt „Kleinmachnower Zeitung“ erscheint im April erstmals und berichtet von den zahlreichen Kleinmachnower Mietern und Hauseigentümern, die in Bonn gegen die drohende Massenvertreibung in den neuen Bundesländern in Folge von Rückübertragungen demonstrieren. Die Oberschule am Weinberg wird zum Gymnasium befördert. Und mit der Schließung der letzten Filiale verabschiedet sich "Konsum" aus Kleinmachnow.

1993

Das Land wird wieder einmal neu sortiert: Aus dem Bezirk Potsdam wird wieder das Land Brandenburg, und aus dem Kreis Potsdam- Land wird Potsdam-Mittelmark. In der August-Bebel-Siedlung wird der Grundstein für eine umfassende Erweiterung gelegt. Der Heimatverein wird gegründet. Am Grenzkontrollpunkt Dreilinden halten die Abrissbagger Einzug. Auf dem Areal entsteht mit dem Europarc ein Gewerbegebiet. Den ersten Spatenstich vollzieht Brandenburgs Ministerpräsidetn Manfred Stolpe. Kommunal- und Bürgermeisterwahlenwahlen im Dezember: Neuer Bürgermeister wird Wolfgang Blasig (B90/Grüne).

1994

Mit der Inbetriebnahme eines neuen Schmutzwasserpumpwerkes am Thomas-Müntzer-Damm wird der weitere Ausbau des Abwassernetzes eingeläutet. Die marode Schleusenbrücke wird am 1. September für den Autoverkehr gesperrt, dafür aber der Neubau der Friedensbrücke eröffnet, und am Buschgraben erfolgt die Grundsteinlegung für das Seniorenstift „Collegium Augustinum“. Mit Klaus-Jürgen Warnick ist erstmals ein Kleinmachnower als Abgeordneter im Deutschen Bundestag vertreten.

1995

Das Astron-Hotel (später NH-Hotel) wird in den Kiebitzbergen eröffnet. Außerdem sind die Freigabe der neuen Bäkebrücke und die Grundsteinlegung für die Siedlung Stolper Weg zu feiern. Versuche, die Fusion von Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf („Telstahnow“) voranzubringen, verlaufen (wieder einmal) im Sande.

1996

Die Baden-Württembergische Stadt Schopfheim und Kleinmachnow machen aus jahrelanger Freundschaft eine Stdtepartnerschaft. Für 1912 von 3239 Häusern in Kleinmachnow sind Rückübertragungsansprüche angemeldet. Bundesbauminister Klaus Töpfer stellt sich im übervollen Saal der Kammerspiele den Fragen der Kleinmachnower/-innen zu den Problemen der Resitutionsansprüche. Außerdem wird auf dem ehemaligen Grenzübergang Düppel ein Wochenmarkt etabliert. Die Kleinmachnower Kanutin Birgit Fischer gewinnt olympisches Gold in Atlanta. Auch Kerstin Köppen aus Kleinmachnow gewinnt Gold im Ruder-Doppelvierer. Sünden der Vergangenheit werden beseitigt. Mit dem ersten von drei Bauabschnitten beginnt die Abdichtung und Rekultivierung der alten Mülldeponie am Stolper Weg.

1997

Das stillgelegte alte Autobahnteilstück vom Teltowkanal bis zur BAB A 115 wird renaturiert, und bis zum Herbst werden die alten Brücken teilweise gesprengt und beseitigt. Ins Augustinum ziehen die ersten Bewohner ein und Kleinmachnow verzeichnet nun 12.000 Einwohner. Die Ernst-Thälmann-Schule heißt fortan Steinweg-Schule.

1998

Am Sperberfeld auf dem Areal der früheren NVA-Kasernen zwischen Heidefeld und Hohe Kiefer beginnt der Bau von Doppelhäusern. An der Förster-Funke-Allee erhält die Jugend Kleinmachnows eine neue Freizeiteinrichtung, und die Gemeindevertretung beschließt den Bebauungsplan für das Gebiet beidseitig der Förster-Funke-Allee, in dem das bereits seit Jahrzehnten ersehnte Ortszentrum entstehen soll.

1999

Der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Kleinmachnower Schleuse für Großmotorschiffe und bis zu 185 Meter lange Schubverbände wird vorgelegt. Bürgerverbände laufen dagegen Sturm. Mit der „Ameisenburg“ wird der erste Kitaneubau eingeweiht, und an der Förster-Funke-Allee ist Baubeginn für ein neues großes Wohngebiet. Kleinmachnow hat jetzt 14.000. Einwohner/-innen.

Bild vergrößern: 1995 Hohe Kiefer
Die Hohe Kiefer im Jahr 1995


Deutsch-deutsche Grenze in Beton

1961-1989

1961

August 1961: Insgesamt sind von 1949 bis zum 13.8.1961 rund 2,6 Millionen Menschen aus der DDR geflohen. Auch rund 4.800 Kleinmachnower haben bis zu diesem Tag bereits die Flucht Richtung Westen ergriffen.

13. August 1961: Die Regierung der DDR schließt ihre Grenzen zu West-Berlin und der BRD.

Mit dem Mauerbau wird Kleinmachnow zur „Insel“ und ist mit der übrigen DDR jetzt allein über drei Brücken verbunden. Nach Ost-Berlin kommen die Menschen nur noch mit Bus und Bahn über den Berliner Außenring. Auch von den schnell zu erreichenden Theatern, Museen und anderen kulturellen Einrichtungen in West-Berlin ist Kleinmachnow somit abgeschnitten. Ganze Straßenzüge im Grenzbereich werden zum Sperrgebiet erklärt und dürfen nur noch mit Passierschein betreten werden. Besuch kann von den Anwohnern nur noch auf Antrag empfangen werden.

1962

5.2.1962: Antonie (Toni) Stemmler übernimmt kommissarisch das Amt des erkrankten Bürgermeister Otto Bachmann.

Der Club der Intelligenz „Joliet Curie“ – auch „Curry-Club“ genannt - sorgt für Unterhaltung in der Hakeburg und der kleine Kobold Pittiplatsch hat seinen ersten Auftritt im Deutsche Fernsehfunk. Gestaltetder wurde Puppe von der Kleinmachnower Puppenkünstlerin Emma-Maria Lange (1921–2016).

Oktober/November 1962: Von einem unbebauten West-Berliner Grundstück graben fünf Fluchthelfer einen Tunnel nach Kleinmachnow zur Straße Wolfswerder. Sie werden jedoch verraten und verhaftet.

1963

26.4.1963:Der 19-jährige Kleinmachnower Peter Mädler versucht, durch den Teltowkanal in den Westen zu schwimmen und wird erschossen.

22.11.1963: Eine junge Kleinmachnower Autorin gibt ihr Debüt im Joliot-Curie-Klub: Christa Wolf ist zu Gast und liest aus ihrem Buch „Der geteilte Himmel“, mit dem sie ihren literarischen Durchbruch erzielt.

1965

4.3.1965: Der 21-jährige Christian Buttkus bezahlt seinen Fluchtversuch in Dreilinden mit dem Leben.

18.10.1965: Walter Kittel (21) wird nahe der Stammbahn beim Versuch, die Grenze zu überwinden, erschossen.

1966

Grenzsoldaten erschießen am 16. Dezember den erst 17 Jahre alten Karl-Heinz Kube beim Fluchtversuch am Teltowkanal.

1969

Autobahn und Kontrollstelle Dreilinden werden neu gebaut. Das zum dritten Mal umgesetzte Panzerdenkmal empfängt dort die Reisenden nach Berlin (West).

Am Steinweg wird die Ernst-Thälmann-Schule (heute: Steinweg-Grundschule) eröffnet.

1970

Das Kino Kammerspiele wird zum Kulturzentrum umgebaut.

1972

Die drei Volksvertretungen der Stadt Teltow und der Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf beschließen, so wie es Artikel 43 der DDR-Verfassung vorsieht, den Gemeindeverband „Industriegebiet Teltow“ zu gründen.

1973

Das Krankenhaus am August-Bebel-Platz wird geschlossen und zur Poliklinik mit mehreren Arztpraxen umgebaut.

Erster Spatenstich für ein Freibad in den Kiebitzbergen. Am Bau beteiligt sind vor allem die Mitarbeiter der Betriebe aus der Region.

1975

Am OdF-Platz entsteht eine neue Kaufhalle.

1976

Am 15. Mai – anlässlich des IX. Parteitags der SED - wird das Freibad Kiebitzberge eröffnet. Das Freibad am Stahnsdorfer Damm (Boschbecken) wird geschlossen.

1977

Günther Weigt wird neuer Bürgermeister.

Rammrath- und Friedensbrücke (früher Badewitzbrücke) werden neu gebaut. Letztere bleibt jedoch Radfahrern und Fußgängern vorbehalten.

1979

Bürger verhindern mit massiven Protesten die geplante Sprengung der Bäkemühle.

1980

Der S-Bahnverkehr zwischen Zehlendorf und Düppel wird in Folge des S-Bahnstreiks eingestellt.

1981

Der Teltowkanal wird nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten wieder für die West-Schifffahrt geöffnet.

1983

Die Maxim-Gorki-Oberschule eröffnet den Schulbetrieb an der Förster-Funke-Allee.

1984

Die bis dahin unbefestigte Förster-Funke-Allee wird zwischen Karl-Marx-Straße und Leninallee (heute Hohe Kiefer) asphaltiert.

1985

Einweihung des Wohnblocks für altersgerechtes Wohnen an der Förster-Funke-Allee.

1988

Kfz-Schlosser aus dem KIB Max Reimann werden durch Fachleute vom ADAC qualifiziert, um den neuen Autobahn-Hilfsdienst auf DDR-Autobahnen auch für internationale Autos zu übernehmen. Mit 16 VW-Passat-Werkstattwagen nehmen sie den Dienst auf.

1989

Im März übernimmt Günter Weber das Bürgermeisteramt.

Die Unzufriedenheit mit der politischen Situation wächst. Vom 1. Oktober bis zum 5. November kommt es in der Evangelischen Kirche am Jägerstieg zu Bürgergesprächen. Neue politische Parteien und Bürgerbewegungen diskutieren mit Vertreten der Gemeindevertretung.

9. November 1989: Auf einer Pressekonferenz verkündet Günter Schabowski Reisefreiheit für alle DDR-Bürger. Unverzüglich machen sich die Ersten - darunter auch viele Kleinmachnower - auf den Weg zu den Grenzübergängen. Unter dem Druck der Massen werden sie schließlich geöffnet. Es ist die Nacht des Mauerfalls!

11. Dezember 1989: Entlang des Teltowkanals beginnen Grenzsoldaten in den Morgenstunden mit der Auflösung des Grenzgebietes. Auch in Dreilinden verschwinden Betonpfähle und die Schilder, mit denen „Unberechtigte“ ferngehalten wurden. Erstmals seit 28 Jahren ist der Ortsteil wieder für jeden frei zugänglich. Einen offiziellen Befehl für diese Aktion gibt es erst drei Tage später.  Nach 28 Jahren und 4 Monaten wird der Grenzübergang Düppel wieder geöffnet.

Bild vergrößern: Grenzanlage Düppel an der Karl-Marx-Straße © Bernd Blumrich
Kleinmachnow. 8.12.1989 - Grenzanlage Düppel zwischen Wolfswerder und Neuruppiner Straße in Berlin-Zehlendorf.

Das geteilte Land

1946-1960

1946

Das sowjetische Ehrenmal an der Hohen Kiefer wird feierlich eingeweiht. Dort fanden 104 gefallene Rotarmisten ihre letzte Ruhe.

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) kommt es zu den ersten Wahlen für die Gemeindevertretung Kleinmachnow. Die SED erhält 7, die CDU 23 Sitze. Bürgermeister  Hans Casagranda (1897–1986) wird im Amt bestätigt.

1948

10.1.1948: In den Gebäuden der Reichspostforschungsanstalt wird die SED-Parteihochschule "Karl-Marx" eröffnet,

Neuer Bürgermeister wird im Mai Friedrich Gellert.

1949

7.10.1949: Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wird gegründet.

125.245 Menschen flüchten aus der DDR, nicht wenige auch aus Kleinmachnow.

1950

Bürgermeister Gellert wird am 1. April verhaftet. Sein Amt übernimmt kommissarisch Fritz Rosenbaum.

Die Rammrathbrücke wird als Behelfsbau wieder errichtet. Anstelle der Badewitzbrücke entsteht eine Fußgängerüberbrücke aus Holz, die später den Namen Friedensbrücke erhält.

1951

Gerhard Juhr wird im Januar offiziell als Bürgermeister eingesetzt, doch bereits im September nach Königs Wusterhausen versetzt, sein Nachfolger ist Fritz Liebenow.

25.7.1951 Der Teltowkanals für den gesamten Schiffsverkehr an den DDR-Grenzen gesperrt.

1952

Die Provinz Brandenburg und der Kreis Teltow werden aufgelöst und der Bezirk Potsdam mit Kreisen wird gebildet. Kleinmachnow gehört fortan zum Kreis Potsdam-Land. Unterdessen werden Einschränkungen im Grenzverkehr spürbar durch schärfere Kontrollen. Der Zugang zum Bahnhof Düppel wird geschlossen und die direkte Telefonverbindung nach West-Berlin gekappt.

30.10.1952: Die Gemeindevertretung tagt. Weit mehr als 1.000 Menschen versammeln sich zum Protest gegen die Einschränkungen im Grenzverkehr am Bahnhof Düppel. In einer Resolution wird gefordert, die Einschränkungen wieder zurückzunehmen, denn die vielen Pendler könnten ihrem sozialistischen Arbeitsauftrag nicht nachkommen, wenn sie täglich große Umwege in Kauf nehmen müssten. Dieser „Provokation in Kleinmachnow“ folgt in der Nacht zum 5. November eine Verhaftungswelle, um das „reaktionäre Nest“, auf Linie zu bringen. Im Februar 1953 werden schließlich neun Kleinmachnower Bürger als „Schädlinge und Saboteure“ in einem Schauprozess zu langen Zuchthausstrafen verurteilt.

1953

Schon wieder ein neuer Bürgermeister, doch Walter Schuch bleibt nun immerhin bis 1960 im Amt.

17. Juni 1953: Auch Kleinmachnower Bürger schließen sich den Protesten Berliner Bauarbeiter an. 

Die Schleusenweg-Schule wird gebaut.

1954

Der ehemalige Löschteich im früheren Zwangsarbeiterlager der DLMG am Stahnsdorfer Damm 73 wird zum ersten Schwimmbad in Kleinmachnow umgebaut. Bis 1956 werden am „Boschbecken“ technische Ausstattungen nachgerüstet, und es folgt der Anbau einer Garderobe mit Duschen und Waschräumen.

Der Grenzübergang Düppel nach West-Berlin wird Anfang Oktober wieder eröffnet.

Die Reste der alten Hakeburg und des Herrenhauses werden dem Erdboden gleich gemacht.

1955

Das sowjetische Panzerdenkmal wird von der Potsdamer Straße in Zehlendorf auf Kleinmachnower Gemarkung an der Autobahn neben der Stammbahntrasse verlegt.

1957

Die für 200.000 Mark instandgesetzte Schleusenbrücke wird dem Verkehr übergeben.

1959

Alle Kleinmachnower Telefoninhaber werden an das vollautomatische Telefonamt Am Bannwald im Selbstwählerverkehr angeschlossen. Das „Fräulein vom Amt“, also die Handvermittlung von Telefongesprächen, hat ausgedient.

1960:

1.4.1960:Mit der Gemeinde Kleinmachnow, die ihren 40. Jahrestag als eigenständige Gemeinde begeht, feiert auch der Standesbeamte und langjährige Gemeindeangestellte Alfred Wundahl (1888–1979), sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Neuer Bürgermeister wird in diesem Jahr Otto Bachmann.

Die braunen Jahre

1933-1945

1933

4.2.1933: Innenminister Hermann Göring ordnet die Auflösung aller Gemeindevertretungen und Neuwahlen zum 12.3.1933 an. Auf die NSDAP entfallen in Kleinmachnow 669 von 1443 Stimmen.

1.5.1933: Zum neuen Bürgermeister wird der Bauingenieur Dr. Erich Engelbrecht (NSDAP- und SS-Mitglied) gewählt.

5.7.1933: Auf dem neuen Waldfriedhof am Steinweg finden die erste Beisetzungen statt.

Rege Bautätigkeit ist in Kleinmachnow zu verzeichnen. Doch Bauunternehmer Adolf Sommerfeld, dessen Bürgerhaussiedlung gerade wächst, ist wegen seiner jüdischen Herkunft nach der Machtergreifung Hitlers zur Flucht gezwungen. Sein Unternehmen wird „arisiert“ und im November 1933 mit der „Reichsfluchtsteuer“ in Höhe von 81.725 Reichsmark belegt. Die Siedlung wird weitergebaut. Bis 1936 entstehen dort 1260 Häuser.

1933-1937

Moderne Zeiten brechen an – Kleinmachnow wird elektrifiziert.

1934

In Dreilinden entsteht ein Autobahnzubringer zur Avus.

Die Planungen für die Dreilinden Maschinenbau GmbH (DLMG), einer Tochter des Bosch-Konzerns und der Luftfahrt-Anlagen GmbH Berlin auf dem Gelände am Stahnsdorfer Damm 81, beginnen. Geplant ist eine moderne Rüstungsfabrik , „ein Unternehmen von größter Bedeutung für die Luftfahrt“, wie es bereits in der Planungsphase hieß. Das Werk wird unter größter Geheimhaltung konzipiert und gebaut.

1935

5900 Einwohner

1936

9. März 1936: Förster Heinrich Funke, erster Bürgermeister Kleinmachnows und einziger Ehrenbürger stirbt.

November 1936: Das Kino "Kammerspiele" mit 499 Plätzen wird eröffnet.

1937

Dietloff von Hake verkauft die neue Hakeburg für 2,4, Millionen reichsmark mitsamt Seeberg-Areal an das Deutsche Reichspostministerium.

Kleinmachnow erhält ein Wappen.

Juni 1937: 10.764 Einwohner

1938

Auf dem Seeberg werden bis 1940 sechs große Gebäude für die Reichspost-Forschungsanstalt errichtet. Diese umfasst anfangs 14, zu Kriegsende 50 Sachgebiete, darunter Hochfrequenztechnik, Atomphysik für militärische Zwecke, Funkmessprogramme, Radar, fernsehgestützte Raketen- und Panzersteuerung, Abwehr feindlicher Bomber, Infrarot-Nachtsichtgeräte, Nachtjägerleitverfahren, Abhörtechnik sowie Ver- und Entschlüsselung von Geheimcodes.

Für eine neue 85 Meter lange Nordkammer der Schleuse Kleinmachnow muss das Schleusenwirtshaus abgerissen werden. Als Ersatzbau entsteht ein schönes Fachwerkhaus.

1939

Volkszählung in Deutschland: In Kleinmachnow werden 155 jüdische Bürger (Nachweis der Herkunft bis zu den Großeltern) erfasst.

September 1939: Der Aufbau von Flugabwehrstellungen (Flak) am Bahnhof Düppel beginnt. 16 Geschützrohre werden bis Ende 1943 aufgestellt.

30.9.1939: Offizielle Eröffnung der Oberschule am Weinberg, die bereits seit Beginn des Schuljahres am 1.4.1939 betrieben wird.

1941

Neben der Dreilinden Maschinenbau GmbH (DLMG) am Stahnsdorfer Damm entsteht ein Lager für Fremdarbeiter und Kriegsgefangene. Nördlich der Straße werden Lagerbaracken für deutsche Gefolgschaftsmitglieder errichtet. Im Lager werden zum Kriegsende rund 2.200 ausländische Fremd- oder Zwangsarbeiter aus 14 verschiedenen Staaten eingepfercht.

16.1.1941: Dietloff von Hake – letzter der Kleinmachnower Linie – stirbt in Babelsberg.

Kleinmachnow hat 14.658 Einwohner.

27.11.1941: Dr. Ernst Salomon wird als erster Kleinmachnower Jude deportiert. Nur drei Tage später wird er in Riga ermordet.

1942

20.1.1942: In Berlin wird in geheimer Beratung in der sogenannten Wannseekonferenzunter Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen. Damit beginnt die organisierte Deportation und Vernichtung von Juden, Sinti, Roma und anderer Opfergruppen.   Auch viele jüdische Menschen in Kleinmachnow werden noch in diesem und den Folgejahren Jahr in die Todeslager verschleppt.

1943

27. März 1943: Erstmals werden Bomben über Kleinmachnow abgeworfen. Herrenhaus, Gutsanlagen und Wohnhäuser werden getroffen. Gezielte Angriffe auf die Gemeinde gab es wohl nicht, doch Notabwürfe oder Fehltreffer verursachen immer wieder Schäden, die schwersten im März 1944 mit 29 Toten.

2.12.1943: Ein britischer Bomber wird abgeschossen und stürzt brennend in das Gelände am Machnower See unterhalb der Hakeburg. Dabei sterben alle acht Insassen, darunter der norwegische Dichter und Kriegsberichterstatter Nordahl Grieg (geb. 1902 in Bergen).

1944

765 meist polnische Mädchen und Frauen werden vom KZ Ravensbrück in zwei Transporten nach Kleinmachnow überführt und in den Keller der Halle K 24 auf dem Werksgelände der Dreilinden Maschinenbau GmbH (DLMG) eingepfercht und zur Arbeit für die deutsche Rüstung gezwungen.

1945

Die drei Brücken (Rammrath-, Badewitz- und Schleusenbrücke) über den Teltowkanal werden von der Wehrmacht gesprengt. Die Rote Armee rückt trotzdem ein.

April 1945: Das KZ-Außenlager der DLMG wird aufgelöst, die Häftlinge werden in das Stammlager Sachsenhausen verbracht. Von dort aus werden sie auf den berüchtigten Todesmarsch in Richtung Schwerin getrieben.

24.4.1945: Sowjetische Truppen überqueren in den Morgenstunden in Teltow den Teltowkanal und besetzen bis zum Abend etwa 80 Prozent von Kleinmachnow.

28.4.1945: Ein sowjetischer Offizier bestimmt Ernst Lemmer (1898–1970) zum Bürgermeister von Kleinmachnow.

1.5.1945: Letzte Kämpfe in Kleinmachnow, in Dreilinden und im Schleusenbereich.

15.6.1945: Erster offizieller Nachkriegsbürgermeister von Kleinmachnow wird Johannes Freimund.

Von  Ende Juni bis zum 3.10.1945 ist Kleinmachnow ohne Besatzungstruppen. Die Rote Armee zieht sich hinter den Teltowkanal zurück, in der Annahme, dass Kleinmachnow zum Zehlendorfer Gebiet gehören würde. Und die Amerikaner bleiben innerhalb der Berliner Stadtgrenze. In dieser Zeit gibt es für einige Wochen Zehlendorfer Lebensmittelkarten. Plünderungen und Gewalttätigkeiten durch Angehörige beider Besatzungsmächte sollen weiterhin an der Tagesordnung gewesen sein.

6.9.1945: Der Beschluss über die Durchführung der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wird zügig durchgesetzt. Grundbesitzer, die mehr als 100 Hektar Land besitzen, werden entschädigungslos enteignet und müssen das Kreisgebiet verlassen.  Das trifft auch die Familie Julie von Zimmermann, Erbin derer von Hake. Deren Landbesitz wird in den Folgejahren parzelliert und an Kleingärtner sowie Vertriebene, Umsiedler und ehemaligen Gutsarbeiter vergeben, die damit zu „Neubauern“ werden.


Vom Gutshof zur Landgemeinde

1920 – 1932

1920

1.4.1920: Aus dem Gutsbezirk Klein-Machnow mit seinen 500 Einwohnern wird die Landgemeinde Kleinmachnow.

24.4.1920: Nach den ersten demokratischen Wahlen in Kleinmachnow beruft der erste gewählte Ortsvorsteher Heinrich Funke die erste Sitzung des Gemeindevertretung Kleinmachnow ein. Er begrüßt acht Abgeordnete und einen Schöffen im Gasthaus Grothe.

Siedlungsgesellschaften und Bauunternehmer entdecken Kleinmachnow und beginnen mit der Besiedlung.

1922

Das Seemannsheim wird an die Evangelisch-Lutherischen Freikirche verkauft, die dort eine Theologische Hochschule einrichtet.

1924

Der Buschgraben wird teilweise in Rohre und unter die Erde verlegt.

4.5.1924: Förster Funke wird erneut zum Bürgermeister gewählt.

Das Gemeindeamt wird vermutlich in diesem Jahr an den Zehlendorfer Damm 217 ins Verwaltungsgebäude der Hakes direkt neben der alten Burg verlegt.

1926

Ein Siedlungsplan für die Gemeinde wird aufgestellt. Sie zählt nun 944 Einwohner.

Die Gemeinde beschließt den Bau von Radfahrwegen.

1927

Die verkehrliche Entwicklung geht voran. 150.000 Mark werden in den Straßenbau investiert, dabei werden Straßen künftig sieben statt nur fünf Meter breit gebaut. Der erste Kraftdroschkenfahrer wird ansässig, und die ersten Verkehrsschilder werden aufgestellt. Auch Telefone gibt es nun!

1928

1.10.1928: Teile der Heinersdorfer Wiesen werden eingemeindet. Am Ringweg entsteht eine Siedlung der "Gemeinnützigen Garten-Siedlungs-Genossenschaft zur Erhaltung von Kleingärten e. V. in Teltow".

1929

November 1929: Erneut wird Bürgermeister Funke in seinem Amt bestätigt.

1930

1.2.1930: Die wachsende Eigenherdsiedlung erhält einen Pavillonbau als erste eigene Schule, die jedoch bald erweitert werden muss.

März 1930: Das Gemeindebüro wird zum Zehlendorfer Damm 200 verlegt.

31.8.1931: Das neue Gemeindehaus der Evangelischen Auferstehungsgemeinde im Jägerstieg wird eingeweiht

1932

Die Einwohnerzahl übersteigt die 3000.

März 1932: Der Bau von 250 Häusern der „Bürgerhaussiedlung“ des Bauunternehmers Adolf Sommerfeld beginnt.

31.3.1932: Heinrich Funke legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Die Gemeinde ernennt ihn zum Ehrenbürger. Sein Nachfolger im Amt wird Georg Herholz, sein bisheriger Stellvertreter.

23.9.1932: Die Freiwillige Feuerwehr Kleinmachnow wird gegründet.

Die Erschließung Kleinmachnows schreitet voran. Eine künftige breite Hauptverkehrsstraße wird angelegt. Sie erhält den Namen Förster-Funke-Allee. Doch wegen der Breite und der damit zusammenhängenden Straßenbau-Umlage, finden sich kaum Käufer für die anliegenden Grundstücke.

Das 20. Jahrhundert bricht an

1901-1919

1901

Baubeginn für den Teltowkanal.

18.7.1903

Als erste Siedlungsgesellschaft hier wird die „Zehlendorf-Klein Machnow Terrain AG“ gegründet.

1905

Als erste Straßenbeleuchtung Kleinmachnows werden in der Allee am Forsthaus zwei Petroleumlampen aufgestellt. Zum letzten Mal wird am Weinberg Wein geerntet.

1905-1910

Die Landhausvillenkolonie entsteht. Gustav Medon ist der erste, der in seine neue Villa einziehen kann, die heute seinen Namen trägt.

2.6.1906

Eröffnung des Teltowkanals und der Kleinmachnower Schleuse. Kaiser Wilhelm II. durchschneidet das Band und kehrt mit anschließend mit großem Gefolge im Scheusenkrug ein.

1908

Auf dem Seeberg bezieht Dietloff von Hake seine von Bodo Ebhardt errichtete Neue Hakeburg.

1909

Neben dem künftigen Seemannsheim wird eine zweite Schule - die Waldschule - errichtet, die bis 1934 Bestand hat. Kleinmachnow hat nun 416 Einwohner.

1910

Im Gutsbezirk Kleinmachnow beginnt die Elektrifizierung.

Das neu erbaute Seemann-Erholungsheim mit vier Gebäudenam Zehlendorfer Damm  wird eröffnet.

1913

Eröffnung der Friedhofsbahn von Wannsee nach Stahnsdorf mit Haltepunkt in Dreilinden.

1918

Die unter stetig wachsendem finanziellen Druck stehenden Gutsherren von Hake stellen den Antrag, den Gutsbezirk Kleinmachnow in eine Landgemeinde umzuwandeln, in der Hoffnung dadurch von hohen Steuerlasten befreit zu werden.

16 Kleinmachnower verlieren im Ersten Weltkrieg ihr Leben, darunter auch Walter Funke, ältester Sohn des Försters. Ihnen ist an der Dorfkirche ein Gedenkstein gewidmet.

Kleinmachnow im 19. Jahrhundert

1800 -1899

1801

Das Gut umfasst 13 Wohngebäude und 20 Feuerstellen sowie Schmiede, Krug, Försterei, Wasser- und Windmühle

1806

Französische Truppen besetzen Kleinmachnow und nutzen das Herrenhaus als Pferdestall.

1838

Die Teilstrecke Potsdam-Zehlendorf der „Stammbahn“ wird als erste Bahnstrecke Preußens eröffnet.

1846

Kleinmachnow erhält ein Schulhaus am Zehlendorfer Damm.

1850

209 Einwohner.

1855

Aus der Pfarrchronik: „Der Teltower Weg wurde bis zu den Machnower Wischmatten herrlich mit Lehm in stand gesetzt. Dadurch mag’s wohl aber leider auch mitkommen, dass häufig berliner vergnügte Gesellschaften nach Machnow an den Sonntagen kommen. Diese Gäste pflegen einem stillen Dorf schlechten Segen bringen …“

1863

Aus der Pfarrchronik: „…In Machnow haben die Herren von Hake eine Wirtschaftsveränderung getroffen, in dem sie beschlossen haben, den größten Teil des Areals in Schonung zu legen, die Außenschläge in Parzellen zu verpachten, was geschehen ist, und die Landwirtschaft zu verkleinern, in Folge dessen sie mehrere Tagelöhnerfamilien entlassen haben, wodurch die Bevölkerung Machnows geringer geworden ist. …“

1895

Georg und Dietloff von Hake beginnen, Land für Siedlungszwecke zu verkaufen. Im gleichen Jahr tritt Heinrich Funke seinen Dienst als deren Privatförster an.

15.11.1895

Die Dampfstraßenbahnlinie zwischen Groß-Lichterfelde und Ruhlsdorfer Platz (damals Hindenburg-Platz) wird bis Stahnsdorf, Einmündung Mühlenstraße / Potsdamer Straße verlängert.

1899

Die Straße von Zehlendorf über Kleinmachnow, Stahnsdorf, Güiterfelde nach Schenkenhorst – der heutige Zehlendorfer Damm – wird zur Kreis-Chaussee ausgebaut.

Die Ära derer von Hake beginnt


1400 bis 1799

Um 1400

Der Spross einer Ritterfamilie, Heinricus Hake de Machenow, kauft Kleinmachnow.

17.2.1435

Die Enkel Heinricus von Hakes, Otto und Heinrich, werden als Lehnsherren Kleinmachnows eingetragen. Erster urkundlicher Nachweis über die Wassermühle an der Bäke.

1470

Ortsname: Lutken Machenow.

1515

Der Kleinmachnower Forst wird Hofjagdgebiet.

1539

Märkischer Landadel veranlasst Kurfürst Joachim II., zum evangelischen Glauben zu wechseln. Eine entsprechende Resolution unterzeichnet Joachim von Hake als erster und bringt sie dem Kurfürsten nach Spandau.

26.6.1598

Einweihung der Dorfkirche.

1608

Zu „Machenow uffn Sande“ gehören die Gutsdörfer Stahnsdorf, Sputendorf und Heinersdorf.

1618-1648

Der 30-jährige Krieg hinterlässt auch im „Teltowschen Kreise“ seine Spuren. Daniel von Hake erbittet daher vom Kurfürsten „5 Wispel und 6 Scheffel“ guten Roggen zur Saat.

Um 1650

Landreiter Michael Kienitz meldet, in Kleinmachnow keinen Bauern oder Kossäten mehr vorgefunden zu haben. Das letzte Bauernland geht an das Hake-Gut. Damit wird das Dorf zum Gutsbezirk.

1652

Machenow uffn Sande wird von einem Landreiter wüst vorgefunden.

1695

Neubau der Wassermühle an der Bäke durch Ernst Ludwig von Hake.

1734

102 Einwohner

1748

Mit Ernst Ludwig von Hake stirbt der letzte Vertreter der Kleinmachnower Familienlinie. Nach 35-jährigem Erbstreit wird der Besitz gefünftelt. Kleinmachnow und Stahnsdorf gehen an den Flatower Gutsherrn von Hake. Dietloff Heinrich von Hake bringt den Besitz wieder zusammen und lässt beträchtlich aufforsten.

1775

Ortsname: Klein-Machenow

1796-1800

Wilhelm von Hake lässt sich von David Gilly ein Herrenhaus bauen. Das Gebäude in Lehmbauweise wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Der Ort zählt nun148 Einwohner

Früheste Erkenntnisse

Etwa 12.000 vor bis 1399 nach Christus

Altsteinzeit 

Vor mehr als 12 000 Jahren entstehen mit dem Ausgang der Eiszeit aus Schmelzwasserrinnen Bäke und Buschgraben. Archäologische Funde am Machnower See zeugen von menschlichen Aktivitäten. Auch über die mittlere Steinzeit (8000 bis 4000 v. Chr.) geben Funde Auskunft, die beim Bau des Teltowkanals ans Licht kommen. Aus der Jungsteinzeit (4000 bis 1700 v. Chr.) stammen Fundstücke einer Siedlung in Dreilinden.

Bronzezeit

Etwa von 1700 bis 550 v. Chr. werden die Grundmoränen wie der Teltow aus Richtung Lausitz von slawischen Stämmen besiedelt. Von ihnen stammen Fundstücke der Lausitzer Kultur, die aus einem Gräberfeld am Buschgraben und am Zehlendorfer Damm geborgen wurden, Scherbenfunde vom Ufer des Machnower Sees sind ebenfalls dieser Kultur zuzuordnen.

Vorrömischen Eisenzeit

Um 50 bis 25 v. Chr. gerät die Gemarkung Kleinmachnow unter den Einfluss der germanisch geprägten Jastorf-Kultur, was durch Funde (Keramik, ein Mahlstein) im Gutspark belegt ist. Reste einer eisenzeitlichen Siedlung wurden bei der Erschließung des Augustinum 1995 entdeckt und gesichert. Auf dem Grundstück Gradnauer Straße, Ecke Zehlendorfer Damm wurden im Jahre 2000 Keramikgefäße geborgen.

Etwa um 700

dringen slawische Volksstämme von Südosten nach Brandenburg vor.

11. Jahrhundert

Der Slavenstamm der Heveller besiedelt den Raum Teltow.

13. Jahrhundert:

askanische Markgrafen sichern den Übergang über die Bäke in der damals sumpfigen Region mit einer Befestigung und Wallanlage. Später entsteht dort die alte Hakeburg.

1370:

Rittersitz derer von Quast und von Löwenberg.

1375:

Erste schriftliche Erwähnung der „Parva Machenow“ (Parva = klein) im Landbuch Kaiser Karls IV. Im Besitz der Brüder Quast

1394:

Albrecht Quast wird in einer Urkunde als alleiniger Besitzer Kleinmachnows genannt.


Quellen:

  • Archiv Gemeindeamt
  • Pressestelle Kleinmachnow
  • Archiv Heimatverein Kleinmachnow
  • Kleinmachnower Zeitung
  • Mehlhardt Dieter: Kleinmachnow: "Geschichte und Entwicklung des Ortes" und andere Schriften
  • Herbert Lange: "Denkmäler in Kleinmachnow"
  • Heinz Koch: "Chronik von Kleinmachnow"
  • Alfred Waßmund: "Damals in Kleinmachnow"
  • Günter Käbelmann/Martina Bellack: "Kleinmachnow - 100 Jahre und was davor geschah"