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Handlungsfeld C | Ortsentwicklung

Grundlage für eine energieeffiziente Bauweise ist eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung. Es sind daher Weichen in der Bauleitplanung zu stellen und Beispiele zu schaffen, um Bauwillige entsprechend einzubeziehen und zu informieren.

C1 | Klimabewusste Bauleitplanung

Beschreibung: Eine energieeffiziente Bauweise bei gleichzeitiger Nutzung erneuerbarer Energien ist der Grundstein für eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung. Durch eine klimaschonende Bauleitplanung sowie städtebauliche Verträge kann die Gemeinde dafür die notwendigen Weichen stellen.

Dazu erstellt die Gemeinde einen Handlungsleitfaden. Dieser beinhaltet sowohl die zu berücksichtigenden Klimaschutzaspekte bei den einzelnen Prozessschritten in der Bauleitplanung als auch Kriterien zur klimaschonenden Entwicklung von Baugebieten (energieeffiziente Bebauung, Nutzung erneuerbarer Energien, CO2 arme Energieversorgung, Anpassung an die Klimawandelfolgen). Der Handlungsleitfaden soll helfen, die klimarelevanten Maßnahmen verstärkt in der Bauleitplanung zu etablieren.


Zielgruppe: Bauwillige, Bauherren/Bauherrinnen, Bürger/-innen
Zielsetzung:
Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten bei der Bauleitplanung

Handlungsschritte:
  1. Bildung einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe
  2. Erstellung eines Handlungsleitfadens
  3. Beschluss des Handlungsleitfadens
  4. Bekanntmachung und Schulung der planenden Verwaltungsmitarbeiter/-innen für die Anwendung
  5. Controlling
  6. Gegebenenfalls spätere Anpassung des Leitfadens an aktuelle Rahmenbedingungen
Verantwortung / Akteure:
  • Gemeindeverwaltung (Fachdienst Stadtplanung/Bauordnung)
  • Gemeindevertretung
Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
  • Eigenmittel
Zeitplanung: Umsetzungsbeginn: 1. Quartal 2024 | Umsetzungsart: einmalig
Laufzeit: 1 Jahr
Einsparpotenziale: Treibhausgase/Energie: indirekt

Die Handlungsanleitung ist die Basis für zukünftige Energieeinsparungen

Bewertungsfaktoren:

Priorität: 3 von 5
Umsetzungskosten: Mittlerer Personalaufwand, Juristische Beratungskosten 5.000 Euro
Einfluss auf Klimaanpassung:
Ja
Erfolgsindikator:
Handlungsleitfaden ist erstellt und wird konsequent angewendet

C2 | Mustersanierung Bürgerhaussiedlung

Beschreibung: Durch die Präsentation guter Sanierungsbeispiele von Gebäuden im Gemeindegebiet soll eine Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Hauseigentümer/-innen stattfinden. Diese sollen durch Beispiele zur Sanierung der eigenen Immobilie angeregt werden. Die "best practice"-Sanierungen und Beispiele für Sanierungsfahrpläne werden in einer Broschüre „Route der Sanierung“ dargestellt. Eine Mustersanierung liegt bereits für den gemeindeeigenen Hort Villa Lustig (Steinweg 2-4) vor, private Eigentümerinnen und Eigentümer haben ihre Bereitschaft zur Mitwirkung bekundet. Auf die Übertragbarkeit der Beispiele (zum Beispiel auf Häuser der Bürgerhaussiedlung) sollte geachtet werden. Weiterhin sollte eine Kampagne „Tag des sanierten Gebäudes“ organisiert werden, an dem private Gebäudeeigentümer/-innen ihr Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich machen und Interessierten ihre persönlichen Erfahrungen schildern.


Zielgruppe: Hauseigentümer-/innen von Bestandsgebäuden, Bürger/-innen
Zielsetzung: 
Transparente Schilderung hinzu Motivation zur Umsetzung von klimafreundlichen Mustersanierungen

Handlungsschritte:
  1. Ansprache von Hauseigentümer/-innen von Bestandsgebäuden, Architekten/Architektinnen und Planer/-innen
  2. Recherche in Wohnquartieren nach vorbildlichen energetischen Sanierungen
  3. Bewertung von Maßnahmen
  4. Erstellung einer Broschüre
  5. Jährlicher Aktionstag mit Besichtigungsmöglichkeiten
  6. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit
  7. Feedback/Controlling
Verantwortung / Akteure:
  • Gemeindeverwaltung (Fachdienst Verkehrsplanung, Klima- und Umweltschutz, AG Hochbau/Gemeindliche Bauvorhaben, außerdem Fachbereich Büro des Bürgermeisters, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
  • Eigenmittel
  • Gegebenenfalls Sponsoring
Zeitplanung: Umsetzungsbeginn: 3. Quartal 2023 | Umsetzungsart: einmalig
Laufzeit: Erstellung der Broschüre 1 Jahr, Aktionen dauerhaft
Einsparpotenziale: Treibhausgase/Energie: indirekt

Die Maßnahme kann CO2-Einsparungen initiieren.

Bewertungsfaktoren:

Priorität: 3 von 5
Umsetzungskosten: Mittlerer Personalaufwand, Druck und Grafik für die Broschüre 20.000 Euro
Einfluss auf Klimaanpassung:
Nein
Erfolgsindikator:
Broschüre, Relevante Bürgerveranstaltung (zum Beispiel Energieberatung), Steigende Sanierungsquote im Bestand

C3 | Bauherren-/ Bauherrinnenmappe

Beschreibung: Für Bauwillige wird ein Paket an Informationsmaterialien zu energieeffizientem Neubau bereitgestellt, welches schon bei Grundstückserwerb überreicht wird. Die Informationen sollen über die gesetzlichen Grundlagen, die wichtigsten energetischen Standards im Neubau, beispielhafte Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Amortisationszeiten sowie aktuelle Förderkulissen informieren. Durch die gebündelten Informationen sollen Bauherr-/ innen dafür begeistert werden, den gesetzlichen Mindeststandard im Neubau zu überbieten und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien im Gemeindegebiet zu gewährleisten. Ein gutes Beispiel ist die digitale Bauherrenmappe der Sächsischen Energieagentur GmbH saena (https://www.saena.de/bauherrenmappe-9201.html). Denkbar ist in diesem Zusammenhang auch die Etablierung eines Netzwerkes aus ehemaligen und potenziellen Bauherr/-innen, indem eine Adressdatenbank (auf freiwilliger Basis) zum Wissens-Austausch generiert wird.


Zielgruppe: Bürger/-innen, Bauwillige
Zielsetzung: 
Senkung der Treibhausgasemissionen bei Neubauten gegenüber dem gesetzlichen Standard

Handlungsschritte:
  1. Erarbeitung einer Mappe für Bauwillige
  2. Veröffentlichung auf der Webseite der Gemeinde und als Papierversion
  3. Bewerbung und Verteilung
  4. Aufbau des Bauherrennetzwerkes
  5. Feedback/Controlling
Verantwortung / Akteure:
  • Gemeindeverwaltung (Fachdienst Stadtplanung/Bauordnung, Fachdienst Verkehrsplanung, Klima- und Umweltschutz, Fachbereich Büro des Bürgermeisters, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
  •  Eigenmittel
Zeitplanung: Umsetzungsbeginn: 1. Quartal 2025 | Umsetzungsart: einmalig
Laufzeit: 1 Jahr
Einsparpotenziale: Treibhausgase/Energie: indirekt

Die Maßnahme kann CO2-Einsparungen initiieren.

Bewertungsfaktoren:

Priorität: 1 von 5
Umsetzungskosten: Geringer Personalaufwand, Druck der Mappe rund 10.000 Euro
Einfluss auf Klimaanpassung:
Ja
Erfolgsindikator:
Aufrufe der Webseite, Nachfrage nach der Papierversion