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Kommunale Wärmeplanung

Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept (IKK), das im Oktober 2022 von der Gemeindevertretung beschlossen wurde, ist die Erstellung eines „Kommunalen Wärmeplans“ (KWP) als erste von insgesamt 34 Maßnahmen vorgesehen. Um eine klimaneutrale Energieversorgung zu erreichen, ist eine fossilfreie Wärmeversorgung unabdingbar. Diese soll durch die Nutzung erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme (z.B. aus Industrie) gewährleistet werden.

Am 01. Januar 2024 ist das „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“ (Wärmeplanungsgesetz ‒ WPG) bundesweit in Kraft getreten (https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/). Seitdem steht der Plan für Gemeinden wie Kleinmachnow fest: bis zum 30.06.2028 muss für das Gemeindegebiet ein Wärmeplan erstellt werden. Aus diesem Wärmeplan soll ersichtlich werden, welche Optionen zur fossilfreien Beheizung für jedes Grundstück im beplanten Gebiet verfügbar sind. So können die Grundstückseigentümer/-innen potenzielle Lösungsvorschläge für ihr Grundstück einsehen.  

Ablauf der Interkommunalen Wärmeplanung TKS

Der allgemeine Ablauf einer Wärmeplanung ist gesetzlich vorgeschrieben und wird in verschiedene Phasen aufgeteilt. Für Kleinmachnow sehen die Phasen etwa wie folgt aus:

Für Kleinmachnow bestand die Vorbereitungsphase daraus, eine Förderung zu beantragen, eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Teltow und der Gemeinde Stahnsdorf zu schließen und schließlich die Ausschreibung der Wärmeplanung vorzubereiten.

In der Bestandsanalyse werden zunächst Daten zu aktuellen Wärmebedarfen und bestehender Infrastruktur zusammengetragen. Anhand dieser Daten werden anschließend Effizienzpotenziale sowie Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien und der von Abwärme ermittelt und in einer Karte visualisiert. Die Zwischenergebnisse, die sich nach der Potenzialanalyse ergeben, werden von der Gemeinde im Internet veröffentlicht.

Darauf aufbauend auf der Bestands- und Potentialanalyse werden genaue Ziele formuliert und deren Erreichung anhand von Meilensteinen geplant. Das Ergebnis der Wärmeplanung wird zunächst ein mit Prioritäten versehener Maßnahmenplan sowie eine Karte sein, auf der Netzgebiete oder Gebiete für individuelle Versorgung ausgewiesen sind. In der Fortschreibung wird dann eine Umsetzungsstrategie für die Einzelmaßnahmen entwickelt.

Am gesamten Prozess sind zahlreiche Akteure kontinuierlich beteiligt, außerdem werden Bürger/-innen fortlaufend über den Planungsfortschritt informiert werden und ihrerseits zur Beteiligung eingeladen. Eine sorgfältige Wärmeplanung wird ca. 1 bis 1,5 Jahre in Anspruch nehmen.

Bis zur Fertigstellung des Wärmeplans haben Sie die Möglichkeit sich zum aktuellen Stand der Energieerzeugung und -bereitstellung in Brandenburg selbstständig im Energieportal Brandenburg informieren: https://energieportal-brandenburg.de/cms/inhalte/start.




Beteiligte Akteure

Die federführenden Akteure der kommunalen Wärmeplanung sind die Kommunen. Da eine Wärmeplanung jedoch ein Vorhaben ist, an dem eine Vielzahl von Akteuren beteiligt ist, müssen diese frühzeitig und umfassend in den Prozess mit einbezogen werden. Die KWP als Verbundprojekt mehrerer Kommunen in Angriff zu nehmen, soll sich aufgrund der gemeinsamen Ressourcennutzung als energetisch und planerisch effizienter darstellen, da es aufgrund der lokalen Gegebenheiten ohnehin zu Überschneidungen kommt.

In besonderem Maße eingebunden werden:

  • Energie- und Wärmenetzbetreiber,
  • Gebäudeeigentümer/-innen,
  • Energieberater/-innen,
  • Handwerksbetriebe,
  • Bürger/-innen,
  • Fördermittelgeber und Geldinstitute,
  • lokale Unternehmen

All diese Akteure werden zu verschiedenen Zeitpunkten des Prozesses und in unterschiedlichen Formaten involviert. Sie als Bürger/-innen werden über die Kommunikationskanäle der Gemeinde zum aktuellen Stand der Wärmeplanung und insbesondere auch zu geplanten Informationsveranstaltungen informiert.






Zwischenergebnisse

Die Gemeinde Kleinmachnow hat die Bestandsanalyse im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung im September 2025 abgeschlossen. Damit liegen umfangreiche Auswertungen zum Gebäudebestand und zur aktuellen Wärmeversorgung vor, die am 22. September 2025 in einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt wurden.

Gemäß Bestandsanalyse umfasst der Gebäudebestand 6.145 Gebäude, davon 5.676 Wohn- und 469 Nichtwohngebäude, zum Schutz sensibler Daten aggregiert in 277 Baublöcke. Rund 46 % der Gebäude wurden zwischen 1919 bis 1949 und rund 50 % nach der Wiedervereinigung errichtet. Es überwiegen freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein Großteil des Gebäudebestands weist erhebliche energetische Sanierungspotenziale auf.

Über 95 % der Gebäude werden noch mit Öl, Gas oder Kohle beheizt. Der jährliche Wärmebedarf über den gesamten Gebäudebestand beträgt rund 225 GWh, etwa 11 MWh pro Einwohner/-in bzw. 140 kWh/m².

Derzeit wird die Potenzialanalyse erarbeitet, um Sanierungspotenziale und regenerative Erzeugungspotenziale für zentrale und dezentrale Versorgungslösungen zu bewerten. Auf dieser Grundlage soll im ersten Quartal 2026 die Wärmeplanung mit Zielszenarien, Wärmewendestrategie und Gebietseinteilung abgeschlossen und anschließend den Bürger/-innen vorgestellt werden.

Materialien der Bürgerinformationsveranstaltung finden Sie hier:

Präsentationsfolien


Handout zum Vortrag der Verbraucherzentrale Brandenburg


Q&A Bürgerfragen der Infoveranstaltungen



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