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2. Platz in ganz Deutschland: Maxim-Gorki-Schüler begeistern mit ihrer Spurensuche zur Wende-Geschichte!

Was für ein Erfolg für die Maxim-Gorki-Gesamtschule in Kleinmachnow: Der Leistungskurs Geschichte des 11. Jahrgangs hat beim bundesweiten Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ den 2. Preis gewonnen!

Für ihr Projekt "Kleinmachnow-Syndrom" wurden die Schülerinnen und Schüler am 15. Juni 2026 in Berlin im Bundesministerium der Finanzen ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro. Der Wettbewerb wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ausgerichtet.

Wer einen Blick in das Projekt "Kleinmachnow-Syndrom" wirft, merkt schnell: Hier wurde nicht einfach Geschichte nacherzählt. Die Jugendlichen haben intensiv recherchiert, diverse Zeitzeugen befragt, Berge an Archivmaterial ausgewertet - und sich einem Thema gewidmet, das eng mit Kleinmachnow verbunden ist.

Ausgangspunkt ihrer Arbeit war die Frage: Warum mischen sich in Kleinmachnow oft auch negative Emotionen in die Erinnerungen an die Zeit von 1989/90?

In ihrer Wettbewerbsarbeit beschreiben die Schülerinnen und Schüler das „Kleinmachnow-Syndrom“ als Metapher für die Auseinandersetzung um Eigentum und Wohnen. Sie zeichnen nach, wie die ersten Begegnungen nach der Wiedervereinigung von unterschiedlichen Menschen erlebt wurden. Um Antworten zu finden, führten die Jugendlichen Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, werteten historische Quellen aus und arbeiteten eng mit der Museumsinitiative sowie dem Archiv Kleinmachnow zusammen.

Unterschiedliche Erfahrungen von Ost und West

In ihrem Projekt beschreiben sie Erinnerungen, in denen die Rückkehr früherer Eigentümer mit Ängsten, Wut und Konflikten verbunden war. Gleichzeitig greifen sie Sichtweisen auf, nach denen die Wiedervereinigung die Möglichkeit eröffnete, Rechte einzufordern, die zuvor vom DDR-Staat vorenthalten worden waren.

Im Verlauf ihrer Recherchen wurde deutlich, dass hinter den damaligen Ereignissen weit mehr steckt als die Frage, wem ein Haus oder Grundstück gehört. In ihrer Arbeit stellen die Jugendlichen die Verbindung zu Fragen von Recht und Gerechtigkeit sowie zu den unterschiedlichen Erfahrungen von Ost und West her.

Interaktive Karte voller Geschichten

Entstanden ist eine interaktive Karte, die Geschichten, Gesetze, Geschehnisse und Erinnerungen aus Kleinmachnow zusammenführt. Sie dokumentiert die Ergebnisse der Recherchen und macht die unterschiedlichen Perspektiven auf die Zeit nach der Wiedervereinigung sichtbar.

Projekt soll fortgesetzt werden

Doch für die Jugendlichen ist das Projekt noch lange nicht beendet: „Aufgrund der wahnsinnigen Fülle unerforschter Materialien kann unser Ergebnis lediglich einen Anfang markieren und soll in Kooperation mit der Gemeinde und anderen Klassen fortgesetzt werden“, erklären sie und betonen: „Ein großer Dank gilt den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, der Museumsinitiative und dem Archiv Kleinmachnow, die uns beim Erforschen der Ereignisse unterstützt haben, sowie unserer Lehrerin Ulrike Hennicke.“

Der Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ wird seit 2019 von der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ausgerichtet. Die diesjährige Wettbewerbsrunde stand unter dem Motto „Neue Begegnungen“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erforschten Begegnungen zwischen Ost und West, zwischen Generationen und Kulturen sowie Veränderungen im Alltag der Menschen seit der deutschen Einheit.

306 Konkurrenz-Beiträge

Ein Blick auf die Konkurrenz macht deutlich, wie groß der Erfolg der Kleinmachnower Jugendlichen ist. Denn für die diesjährige Wettbewerbsrunde wurden insgesamt 307 Beiträge aus ganz Deutschland eingereicht. Ausgezeichnet wurden am Ende 36 Projektgruppen und mehr als 200 Jugendliche.

Mit ihrem Projekt haben die Schülerinnen und Schüler der Maxim-Gorki-Gesamtschule nicht nur einen bundesweiten Preis gewonnen. Sie haben sich einem wichtigen Kapitel der Kleinmachnower Ortsgeschichte gewidmet, Erinnerungen gesichert und gezeigt, wie spannend historische Forschung direkt vor der eigenen Haustür sein kann.