Inhalt

Kleinmachnow erinnert an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus

Befreiung, Freiheit, Versöhnung - mit einer Gedenkveranstaltung im Bürgersaal erinnerte die Gemeinde Kleinmachnow am 8. Mai 2026 an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus.

Rund 80 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, darunter Mitglieder der Gemeindevertretung, Bürgerinnen und Bürger sowie Delegationen aus den Partnerkommunen und Partnerregionen Kleinmachnows. Aus der Partnerstadt Schopfheim war Bürgermeister Dirk Harscher mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung angereist. Aus dem polnischen Partnerlandkreis Świdnica nahm Landrat Piotr Fedorowicz gemeinsam mit seiner Frau Joanna und einer Dolmetscherin teil.

Befreiung bedeutete nicht überall unmittelbar Freiheit

Bürgermeister Bodo Krause stellte in seiner Rede die Verantwortung Deutschlands für den Zweiten Weltkrieg und die nationalsozialistischen Verbrechen klar heraus. „Am Anfang steht dabei eine klare Wahrheit: Dieser Krieg ging von Deutschland aus“, sagte Krause zu Beginn seiner Ansprache. Zugleich betonte er die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus – verwies aber auch darauf, dass Befreiung nicht überall unmittelbar Freiheit bedeutete.



Ein zentraler Gedanke der Rede war die europäische Dimension der Erinnerung. Mit Blick auf die Gäste aus Świdnica sprach Krause über die historischen Brüche in Niederschlesien, über Krieg, Vertreibung und erzwungene Neuanfänge. Versöhnung bedeute nicht Vergessen, sondern „die Wahrheit nicht zu verschweigen, Schuld zu benennen und dennoch den Mut zu finden, aufeinander zuzugehen“, betonte Krause.

Einen besonderen Platz in der Rede nahm auch die jahrzehntelange Verbindung zwischen Kleinmachnow und Schopfheim ein. Krause erinnerte daran, dass die Kontakte zwischen beiden Orten bereits 1948 durch die evangelischen Kirchengemeinden entstanden – lange vor der offiziellen Städtepartnerschaft, die seit 1996 besteht und in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert.

Bürgermeister Krause spannte in seiner Rede den Bogen von der Befreiung 1945 über die deutsche Teilung und die Freiheitsbewegungen in Europa bis zur Wiedervereinigung Deutschlands und zum heutigen Europa. „Freiheit ist eine Aufgabe, die niemals abgeschlossen ist“, mahnte er.

Eindrucksvolle Präsentationen des Weinberg-Gymnasiums

Besonders eindrucksvoll war auch der Beitrag der Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses des Weinberg-Gymnasiums Kleinmachnow unter Leitung der Gymnasial-Lehrerin und Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Kathrin Heilmann. Im Bürgersaal gestalteten sie mehrere Informationsstationen zur deutschen Teilung, zur Geschichte der innerdeutschen Grenze sowie zu persönlichen Schicksalen während der Zeit der deutschen Teilung und der DDR. Viele Gäste nutzten im Anschluss an die Veranstaltung die Gelegenheit zum Austausch und zur vertieften Beschäftigung mit den ausgestellten Themen.

11.05.2026