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Wegerückbau im Bannwald

Im Bannwald Kleinmachnow werden einzelne Wege und Trampelpfade zurückgebaut. Grundlage sind die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Centre for Econics and Ecosystem Management (CEEM) im Rahmen des Projektes „Zukunftsfähiger Gemeindewald“. Ziel ist es, den Waldboden zu entlasten und die natürlichen Funktionen sowie die Regenerationsfähigkeit des Bannwaldes zu stärken.

Der Bannwald in Kleinmachnow ist ein wertvolles Naherholungsgebiet – und zugleich ein sensibler Naturraum. Im Rahmen des Projekts „Zukunftsfähiger Gemeindewald“ wurde er durch das CEEM wissenschaftlich untersucht. Dazu gehören Datenaufnahmen, Kartierungen und ökologische Auswertungen. Ein Maßnahmenkatalog wird derzeit erarbeitet und befindet sich in der Abschlussphase.

Ein zentrales Ergebnis dieser Untersuchungen: Der Bannwald hat eine Fläche von 27,8 Hektar. Auf dieser vergleichsweisen kleinen Fläche verlaufen über 8,6 Kilometer Wege und Pfade, was acht Prozent der Bannwaldfläche ausmacht. Zum Vergleich: In der nachhaltigen Forstwirtschaft wird eine Wegefläche von zwei bis maximal fünf Prozent als verträglich für ein Waldökosystem betrachtet.

Bodenverdichtung belastet den Bannwald

Je mehr Wege ein Waldgebiet durchschneiden und je breiter diese sind, desto mehr wird der Boden verdichtet. Dadurch verändert sich seine Struktur: Die lockere Humusschicht – also die oberste, nährstoffreiche Bodenschicht – kann sich schlechter entwickeln. Das hat Folgen für den gesamten Wald: Wasser und Nährstoffe gelangen weniger gut in den Boden, Pflanzen wachsen langsamer, und die Artenvielfalt nimmt ab – auch an den Wegrändern.

Hinzu kommt, dass offene oder stark beanspruchte Flächen sich im Sommer stärker aufheizen. Für Bäume und Pflanzen bedeutet das zusätzlichen Stress, insbesondere in trockenen Jahren. Verdichtete Böden sind außerdem anfälliger für Erosion.

Welche Wege zurückgebaut werden

Vor diesem Hintergrund sind der Rückbau einzelner Wege und die Reduzierung der Wegebreiten empfohlenen Maßnahmen, die die Gemeinde jetzt umsetzt. Dabei geht vor allem um Trampelpfade, die parallel zu den Hauptwegen verlaufen und keine wesentliche Abkürzung bieten. Diese zusätzlichen Pfade zerschneiden die schmalen Waldbereiche, ohne einen echten Nutzen für die Wegeführung zu haben.

Durch den Wegerückbau soll sich der Boden erholen und die Vegetation mehr Raum bekommen. An einigen Stellen sind bereits querliegende Baumstämme zu sehen, die den Verlauf ehemaliger Wege markieren. Ergänzt wird dies durch ein bewährtes naturnahes Gestaltungselement: die Benjeshecke.

  • Die Fotos zeigen die Abfolge beim Bau einer Benjeshecke (mit Gemini generiert)

    Benjesheckenbau

    Die Fotos zeigen die Abfolge beim Bau einer Benjeshecke (mit Gemini generiert)


Was eine Benjeshecke ist – und was sie leistet

Eine Benjeshecke besteht aus aufgeschichtetem Totholz, Ästen und Schnittgut. Sie lässt sich mit Materialien errichten, die ohnehin im Wald oder im Garten anfallen. Im Bannwald erfüllt sie mehrere Funktionen zugleich: Sie macht sichtbar, dass eine Fläche nicht mehr begangen werden soll, und fügt sich dabei unauffällig in die Umgebung ein. Gleichzeitig entsteht eine strukturreiche Lebensraumzone für Insekten, Spinnen, Vögel und Kleintiere.

Mit der Zeit zersetzt sich das Material und gibt Nährstoffe an den Boden zurück. So unterstützt die Benjeshecke die natürliche Regeneration und trägt zur Förderung der Artenvielfalt bei.

Benjeshecken selbst bauen

Was im Bannwald als Maßnahme zum Naturschutz eingesetzt wird, lässt sich auch im privaten Garten umsetzen. Benjeshecken können als natürliche Abgrenzung, Sichtschutz oder Gestaltungselement dienen und schaffen gleichzeitig Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ein weiterer Vorteil: Schnittgut kann direkt vor Ort verwendet werden und muss nicht entsorgt werden. Es kann regelmäßig ergänzt werden – etwa durch Gehölzschnitt oder ausgediente Weihnachtsbäume.

Wer lernen möchte, wie eine Benjeshecke aufgebaut wird und dies praktisch ausprobieren will, ist herzlich zum kostenlosen Workshop „Bau einer Benjes-Hecke“ der Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark (KVHS) am 18.04.2026 von 11:00 bis 15:15 Uhr eingeladen.

Der Workshop findet in Kooperation mit dem Blühteam TKS und der Gemeinde Kleinmachnow direkt im Bannwald statt. Gemeinsam wird eine standsichere Konstruktion errichtet und mit geeignetem Schnittgut befüllt. Das Gelernte lässt sich anschließend im eigenen Garten anwenden.

Zur Anmeldung und allen weiteren Informationen: Workshop-Seite der VHS Potsdam-Mittelmark