Gespinstmotten an Gehölzen: Für Menschen und Pflanzen ungefährlich
An verschiedenen Gehölzen wie Pfaffenhütchen, Weißdorn und Schlehe sind derzeit stark eingesponnene Zweige und Äste zu beobachten. In diesen Gespinsten befinden sich zahlreiche weißliche Raupen mit schwarzen Flecken. Dabei handelt es sich um Raupen der Gespinstmotte.
Die Raupen fressen geschützt innerhalb der Gespinste und können Sträucher oder kleinere Bäume zeitweise vollständig kahlfressen. Die eingesponnenen Gehölze wirken dadurch zwar ungewöhnlich, für Menschen und Tiere besteht jedoch keinerlei Gefahr. Auch die betroffenen Bäume und Sträucher nehmen durch den Befall in der Regel keinen dauerhaften Schaden. Eine Bekämpfung der Gespinstmotten ist deshalb nicht notwendig.
Die erhebliche Menge an leicht abbaubarem Raupenkot liefert den Gehölzen einen Großteil der Mineral- und Nährstoffe zurück, die durch den Blattfraß verloren gegangen sind. Trotz des Kahlfraßes treiben die Wirtspflanzen meist noch im selben Jahr erneut aus. Dieser sogenannte Johannistrieb setzt in der Regel um den 26. Juni herum ein. Bereits wenige Wochen später ist vom Kahlfraß häufig kaum noch etwas zu erkennen.
Wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems
Gespinstmotten sind Teil des natürlichen Ökokreislaufs und dienen zahlreichen Tierarten als Nahrungsquelle.
Vögel (z.B. der Kleiber) sowie Raubwanzen zählen zu den natürlichen Feinden und fressen unter anderem die Eier der Gespinstmotte. Ein Meisenpaar beispielsweise verfüttert während der Aufzucht seines Nachwuchses knapp 10.000 Raupen an seine Jungen – darunter auch Raupen der Gespinstmotte.
Ebenso gehören Schlupfwespen zu den natürlichen Gegenspielern der Gespinstmotte. Fledermäuse und Spinnen erbeuten die späteren Falter.
Auch wenn die eingesponnenen Gehölze zunächst ungewöhnlich aussehen: Die Gespinstmotte ist ein natürlicher Bestandteil unseres Ökosystems. Die betroffenen Pflanzen erholen sich in der Regel vollständig, während zahlreiche andere Tiere von diesem zeitweiligen Nahrungsangebot profitieren.