Grün.Kühl.Feucht. – Wie der Bannwald Kleinmachnow schützt
Satellitengestützte Messungen zeigen: Am 2. Juli 2025 lag der Temperaturunterschied zwischen dem Bannwald und dem Europarc Dreilinden bei bis zu 10 Grad Celsius. Der Gemeindewald bleibt damit an heißen Sommertagen deutlich kühler als versiegelte Flächen. Diese messbare Kühlleistung ist ein zentraler Beitrag zur kommunalen Klimaanpassung. Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts „Zukunftsfähiger Gemeindewald“ wurden ausgewählte wissenschaftliche Ergebnisse aus drei Jahren Forschung und erste daraus abgeleitete Maßnahmen vorgestellt.
Ein Tag für den Gemeindewald Kleinmachnow
Mit dem Projektabschluss „Zukunftsfähiger Gemeindewald“ zog die Gemeinde am 12. Februar Bilanz über drei Jahre Forschung, Beteiligung und erste praktische Maßnahmen. Der Veranstaltungstag begann am Nachmittag mit einer fachlich begleiteten Exkursion durch den Bannwald und wurde am Abend im Bürgersaal mit einem Fachvortrag sowie der Präsentation der Projektergebnisse fortgesetzt.
An die 100 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft informierten sich vor Ort über die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre. Die Auswertungen bestätigen, dass der Gemeindewald wesentlich zum lokalen Klimaschutz beiträgt und die Lebensqualität in Kleinmachnow stärkt.
Auch Bürgermeister Bodo Krause betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Waldes für Ortsklima, Artenvielfalt und Naherholung. Zugleich bekräftigte er das Ziel der Gemeinde, den Bannwald langfristig klimaresilient weiterzuentwickeln.
Kommunalwälder als Verbündete im Klimaschutz
Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Prof. Dr. Pierre Ibisch (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde). Er erläuterte, wie sensibel Waldökosysteme auf Hitze und Trockenheit reagieren. Darüber hinaus zeigte er auf, warum Kommunalwälder als Verbündete im Klimawandel eine Schlüsselrolle im Klimaschutz und in der Klimaanpassung spielen:
-
Wälder kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, speichern Wasser im Boden und stabilisieren das lokale Mikroklima – also das Klima in einem begrenzten Gebiet. Besonders in dicht bebauten und versiegelten Bereichen sind diese Effekte für Gesundheit und Lebensqualität bedeutsam.
-
Satellitengestützte Messdaten zeigen, dass der Bannwald an heißen Sommertagen deutlich kühler bleibt als versiegelte Flächen.
-
Auch Analysen zur Vegetationsvitalität – also zur „Grünheit“ und Gesundheit der Pflanzen – belegen: Je vitaler die Vegetation und je feuchter der Boden, desto stärker ist die Kühlleistung.
Für Kleinmachnow bedeutet das: Der Schutz und die Weiterentwicklung der rund 110 Hektar umfassenden gemeindlichen Waldflächen sind konkrete Maßnahmen kommunaler Klimaanpassung.
Erste Maßnahmen für einen zukunftsfähigen Gemeindewald
Neben der Analyse wurden bereits praktische Schritte angestoßen, um die Widerstandsfähigkeit der Waldflächen in Kleinmachnow gezielt zu stärken.
-
Im Bereich der Bodenverbesserung wurden lokale Laub- und Samenmischungen ausgebracht und Versuchsflächen eingerichtet, um geschwächte Standorte zu stabilisieren. Totholz soll künftig verstärkt im Bestand verbleiben, da es Lebensraum für zahlreiche Arten bietet und den natürlichen Nährstoffkreislauf unterstützt.
-
Auch die Wegenutzung wurde intensiv betrachtet. Stark genutzte Wege sollen ausgewiesen und erhalten bleiben. Überflüssige Trampelpfade sollen perspektivisch zurückgebaut und Waldbesucher/-innen durch natürliche Begrenzungen gelenkt werden, um sensible Bereiche zu schützen und dem Waldboden Erholungsphasen zu ermöglichen.
-
Ein weiteres Thema ist der Umgang mit Abfällen im Wald. Gartenabfälle, Müllablagerungen und das Füttern von Wildtieren beeinträchtigen das Ökosystem erheblich. Hier setzt die Gemeinde auf Information, Sensibilisierung und gemeinschaftliches Engagement.
Weitere Maßnahmen werden anhand des in Kürze erscheinenden Abschlussberichtes entwickelt und umgesetzt.
Bürgerbeteiligung als Erfolgsfaktor
Ein zentrales Element des Projekts war die aktive Einbindung der Bürgerschaft. In mehreren Bürger-Workshops entstand unter anderem ein „Waldwissen“-Wirkungsnetz, das ökologische Zusammenhänge anschaulich darstellt.
Im Rahmen der Lokalen Agenda (AG Biodiversität) hat sich zudem eine engagierte Waldaktions-Gruppe gebildet. Wer sich dort ebenfalls engagieren möchte, wendet sich gern an Frau Reich:
Die Gemeinde Kleinmachnow dankt dem wissenschaftlichen Team des Centre for Econics and Ecosystem Management e. V. an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), den beteiligten Schulen, den Mitgliedern der Lokalen Agenda sowie allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern für ihre Mitwirkung.
Grün.Kühl.Feucht. – Unser Wald wirkt! Und er bleibt eine gemeinsame Aufgabe.