520 Einsätze in 365 Tagen: Feuerwehr Kleinmachnow zieht beeindruckende Jahresbilanz
Auf der Jahreshauptversammlung am 13. Februar 2026 blickten Wehrführung, Jugendfeuerwehr und Bürgermeister Bodo Krause auf ein forderndes Einsatzjahr 2025 zurück – und machten zugleich deutlich, wie wichtig Zusammenhalt, Nachwuchsarbeit und eine zukunftsfähige Infrastruktur für die Sicherheit der Gemeinde sind.
„520 Einsätze an 365 Tagen – das darf beklatscht werden“
Gemeindewehrführer Mario Heilmann eröffnete den Abend mit einem umfassenden Rechenschaftsbericht. Seine zentrale Zahl: 520. 520 Einsätze im Jahr 2025. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren lag die Einsatzzahl noch bei rund 150 pro Jahr.
520 Einsätze in 365 Kalendertagen – das bedeutet statistisch mehr als eine Alarmierung pro Tag. Hinter dieser nüchternen Zahl stehen durchwachte Nächte, unterbrochene Familienfeiern, liegengebliebene Abendessen aber vor allem: Menschen, die ohne Zögern helfen, wenn andere sie brauchen.
Das Einsatzgeschehen 2025 setzte sich zusammen aus:
- 182 Brandeinsätzen beziehungsweise ausgelösten Brandmeldeanlagen,
- 225 technischen Hilfeleistungen sowie
- 95 Einsätzen des Rettungswagens als First Responder.
- Besonders fordernd waren mehrere Wald- und Flächenbrände, schwere Verkehrsunfälle, Sturmlagen mit 34 Einsätzen innerhalb weniger Tage sowie Gefahrguteinsätze und Brände in Tiefgaragen.
Aktuell zählt die Feuerwehr 56 aktive Einsatzkräfte – zehn Frauen und 46 Männer. Angesichts der steigenden Einsatzzahlen ist das eine solide, aber keine komfortable Zahl. Für eine dauerhaft stabile Alarmbereitschaft wären rechnerisch deutlich mehr Ehrenamtliche erforderlich.
Ein weiterer Schwerpunkt der Bilanz war das Thema Ausbildung. Zahlreiche Fortbildungen auf Kreis- und Landesebene sowie eine große Waldbrandübung mit den Feuerwehren aus Teltow, Stahnsdorf und Nuthetal stärkten auch 2025 die Einsatzfähigkeit. Heilmann hob dabei die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren in Teltow und Stahnsdorf hervor: Bei größeren Lagen arbeite man „wie eine große Wehr“.
Auch beim Thema Neubau der Feuerwache fand der Wehrführer klare Worte. Der bestehende Gebäudekomplex weist erhebliche Defizite auf – etwa beim Arbeitsschutz, bei Umkleide- und Sanitärbereichen sowie bei der Unterbringung der Fahrzeuge. Die Entwicklung der letzten Jahre zeige: Eine moderne und sichere Infrastruktur ist langfristig unverzichtbar für eine einsatzstarke Feuerwehr.
Zum Abschluss dankte Heilmann den Kameradinnen und Kameraden – und ausdrücklich auch ihren Familien. Sein traditioneller Wunsch am Ende der Rede: Alle mögen gesund – körperlich wie seelisch – zu ihren Angehörigen zurückkehren.
Nachwuchsarbeit als Fundament für eine starke Feuerwehr
Im Anschluss berichtete Jugendwart Patric Roewer über die Arbeit der Jugendfeuerwehr. Zum Jahresende 2025 engagierten sich 21 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr – fünf Mädchen und 16 Jungen mit einem Durchschnittsalter von 12,5 Jahren. Trotz einiger Abgänge konnten neue Mitglieder gewonnen werden; zwei Kameradinnen wechselten im vergangenen Jahr in die Einsatzabteilung.
Schwerpunkt der Ausbildung bleibt die „Einheit im Löscheinsatz“. Darüber hinaus standen Erste Hilfe, Gerätekunde, technische Hilfeleistungen sowie praxisnahe Übungen auf dem eigenen Gelände auf dem Programm. Unterstützt wurde die Jugendfeuerwehr unter anderem durch das Brandschutzteam des Landkreises.
Roewer dankte insbesondere seinem Jugendwart-Team für die intensive Vorbereitung der Dienste sowie für die Organisation im Hintergrund – von der Materialpflege bis zur Kommunikation mit Eltern. Die kontinuierliche Nachwuchsarbeit sei entscheidend für die langfristige Einsatzfähigkeit der Wehr.
Respekt vor Leistung und klare Perspektive
Auch Bürgermeister Bodo Krause würdigte in seiner Rede das außerordentliche Engagement der Kleinmachnower Feuerwehr. Mit Blick auf die 56 aktiven Einsatzkräfte betonte er, dass jede und jeder Einzelne angesichts der hohen Einsatzzahlen ein 8-Faches dessen leiste, was statistisch im Bundesdurchschnitt üblich sei. Die Belastung – körperlich wie gesundheitlich – dürfe nicht unterschätzt werden. Auch vor diesem Hintergrund sei die Diskussion um eine neue Feuerwache zu betrachten.
Krause griff damit das zuvor von Wehrführer Heilmann angesprochene Thema erneut auf. Ein Neubau bedeute Zukunftssicherung für die kommenden Generationen. Voraussetzung für eine mögliche Kreditfinanzierung einer neuen Wache sei jedoch ein ausgeglichener Haushalt. Er versicherte, dass die Gemeinde das Ziel einer modernen und funktionalen Wache weiterverfolge. Seine Botschaft war klar: Die Gemeinde stehe hinter ihrer Feuerwehr – und erkenne die enorme Leistung der Ehrenamtlichen ausdrücklich an.
Zugleich hob er die Bedeutung der Jugendfeuerwehr als Fundament für die Zukunft hervor und dankte neben den Aktiven auch dem Förderverein, den Arbeitgebern sowie den Nachbarwehren für die verlässliche Zusammenarbeit.
Ein starkes Zeichen für Zusammenhalt
Die Jahreshauptversammlung 2026 zeigte einmal mehr eindrucksvoll, wie viel Engagement, Verantwortung und Gemeinschaftssinn in der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow stecken. 520 Einsätze im Jahr sind mehr als eine Statistik. Sie stehen für Menschen, die Verantwortung übernehmen – tagsüber wie nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Die Gemeinde Kleinmachnow dankt allen Kameradinnen und Kameraden sowie ihren Familien für ihren unermüdlichen Einsatz für die Sicherheit unserer Gemeinde.