Koreanischer Minister zu Gast am Checkpoint Bravo
Hoher Besuch in Kleinmachnow: Der koreanische Wiedervereinigungsminister Chung Dong-young besuchte am 01. Oktober 2025 mit einer siebenköpfigen Delegation die Grenzgedenkstätte Checkpoint Bravo.
Begrüßt von Kleinmachnows Bürgermeister Bodo Krause, führte Vereinsvorstand Thomas Baier die Gäste durch den restaurierten Kommandantenturm – einst Herzstück der DDR-Grenzkontrolle. Der Erinnerungsort wird vom Checkpoint Bravo e.V. betrieben – ein Verein, der 1998 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet wurde, um den einstigen Kommandantenturm vor dem Verfall zu bewahren und die Geschichte des Grenzübergangs lebendig zu halten.
Drinnen ging es um Schlagbäume, Stasi und streng bewachte Transitwege. Baier zeigte den Gästen, wie der Turm damals funktionierte, erklärte Fluchtversuche, Kontrollräume und Exponate wie etwa einen Koffer, in dem sich einst ein DDR-Bürger bei seiner Flucht versteckt hatte. Gabriele Kaupmann von Grün Berlin gab dem Minister und seiner Delegation Einblicke in den Berliner Mauerweg, der heute an die Teilung erinnert.
Minister Chung Dong-young hörte sehr interessiert und aufmerksam zu, stellte viele Fragen und knüpfte auch persönliche Bezüge: Er erzählte, dass er selbst einmal in Potsdam gelebt habe.
Kurz vor der Abfahrt blieb die Delegation noch an der Gedenkstele für Holger H. stehen. Das Foto des kleinen Jungen ergriff auch den Minister. Holger, damals gerade einmal 15 Monate alt, erstickte 1973 bei einem Fluchtversuch seiner Eltern – während diese die Grenze überwinden konnten. Eine traurige Geschichte, die Thomas Baier den Besuchern aus Korea schilderte – und alle tief berührte.
Nach gut einer Stunde war der Besuch vorbei. Zurück blieb ein Eindruck: Hier, am einstigen Nadelöhr zwischen Ost und West, wurde Geschichte lebendig – und verband zwei Länder, die bis heute ein Thema teilen. Denn wie einst Deutschland steht Korea heute noch vor der Herausforderung der Teilung und der Hoffnung auf Wiedervereinigung.