650 Jahre KLM: Kleinmachnow wählt erste Gemeindevertretung
Kleinmachnow am 29. Februar 1920 | Die Kleinmachnower sind aufgerufen, ihre Vertreter zu wählen. Die Gemeinde zählt mittlerweile 500 Einwohner. Wahlberechtigt sind alle Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr vollendet haben, also 248 Personen. Zur Abstimmung gestellt wird die komplette Wahlliste. Es gibt also nur die Möglichkeit dem Wahlvorschlag zuzustimmen oder ihn abzulehnen.
46 Prozent der Wahlberechtigten (=115) erscheinen zur Abstimmung in der alten Dorfschule. Deren Zustimmung liegt bei 100 Prozent, das heißt, es gibt weder Ablehnungen noch ungültige Stimmen. Damit sind die ersten neun Kandidaten der Liste als Gemeindevertreter gewählt, die übrigen vier fungieren als Nachrücker.
Erste Amtshandlung der neuen Gemeindevertretung ist die Wahl eines Gemeindevorstehers sowie zweier Schöffen aus ihrer Mitte. In ihrer ersten Sitzung im Gasthaus „Grothe“ bestimmt sie Förster Heinrich Funke zum Gemeindevorsteher und als Schöffen (Stellvertreter) Hubert Busch und Felix Krause. Diese drei bilden die Verwaltung. Die Gemeindevertretung besteht mit drei Nachrückern aus neun Personen.
Am 1.4.1920 geht Kleinmachnow – nun ohne Bindestrich geschrieben – als eigenständige Landgemeinde an den Start. Schwerwiegendes Versäumnis bei der Umwandlung: Man nahm zwar den Gutsbesitzern die bisher zu tragenden steuerlichen Lasten ab, die jetzt von der Gemeinde aufzubringen sind. Man hatte jedoch nicht daran gedacht, bei ihnen gleichzeitig ein Startkapital für die frisch gebackene Gemeinde auszuhandeln. Mit leeren Kassen und auch ohne eigenen Grundbesitz, der für kommunale Zwecke nutzbar wäre, macht sich Kleinmachnow auf den Weg in die Zukunft.
Handschriftliches Protokoll der ersten Sitzung der Kleinmachnower Gemeindevertretung aus dem Jahr 1920