Tankstelle Karl-Marx-Straße
Denkwürdiger Ort Nr. 105
Das Tankstellengebäude wurde 1936 bis 37 nach Plänen von Curt Koemer an der Ecke von Karl-Marx-Straße (ehemals Spandauer Weg) und Förster-Funke-Allee errichtet. Bauherr und erster Betreiber war ein Herr Beckmann, dessen Familie im Obergeschoss wohnte. 1950 übernahm Erwin Schwerike die Tankstelle mit Wagenpflege. Südöstlich schloss sich eine Autoreparaturwerkstatt an. Zeitweilig wurden Räumlichkeiten des Tankstellengebäudes auch durch das Rote Kreuz und Lebensmittelhandel genutzt. Erst 1968 konnten die alten Handpumpen durch elektrische Pumpen ersetzt werden. 1995 endete der Tankstellenbetrieb. Im Bereich der verklinkerten Arkadenbögen blieb die Tankinsel erhalten. In der alten Pflasterung sind noch die Standorte der drei Zapfsäulen erkennbar.
Der würfelförmige Bau unterscheidet sich von den normalen Wohnhäusern der 1924 geplanten Kleinmachnower „Wald- und Landhaussiedlung“ des Architekten C. A. Winkler. Mit seinem Pyramidendach und den flachbogigen Arkaden setzt er an einer wichtigen Straßenkreuzung einen markanten Akzent und besitzt damit städtebauliche Bedeutung.
Es handelt sich um eines der wenigen in seiner ursprünglichen Bauform fast unverändert erhalten gebliebenen Beispiele für ein Tankstellengebäude der Vorkriegszeit in der Region. Daher hat es auch baugeschichtliche Bedeutung.
Die Tankstelle entstand als Infrastruktureinrichtung inmitten eines ab 1932 bebauten Wohngebiets im zentralen Teil von Kleinmachnow. Sie verdeutlicht das damals rasante Wachstum des Ortes und die zunehmende Bedeutung des privaten Kraftverkehrs während der 1930er-Jahre. Dem Tankstellengebäude kommt dadurch auch orts- und verkehrsgeschichtliche Bedeutung zu. Es handelt sich um eine so genannte ,,Großtankstelle". Bei diesem in den späten 1920er-Jahren entwickelten Typ wurde die Tankstelle, im Gegensatz zu den damals weit verbreiteten, am Straßenrand stehenden Zapfsäulen, auf einem separaten Grundstück platziert. So war es möglich, das Tanken aus dem Verkehrsgeschehen auszulagern. Das Kleinmachnower Beispiel zeigt die für derartige Anlagen charakteristischen Elemente, nämlich die Ausstattung mit breit angelegten Zu- und Abfahrten vor der Tankinsel, Überdachung sowie Kassen- und Verkaufsraum.
Weitere denkwürdige Orte in der näheren Umgebung:
| Nummer | Bezeichnung |
|---|---|
| 51 | Wohnhaus, Karl-Marx-Straße 142 |
| 65 | Wohnhaus Ihring, Tuchholskyhöhe 12 |
| 70 | Torgebäude der Neuen Hakeburg, Zehlendorfer Damm 185 |
| 76 | Wohnhaus Heinecke, Fontanestraße 16 |
| 84 | Stolperstein für Georg Herzberg, Auf der Drift 12 |
| 85 | Stolperstein für Moritz Korn, Auf der Drift 11 |
| 89 | Stolperstein für Susanne Peuse, Zehlendorfer Damm 138 |
| 96 | Stolperstein für Wally Schlesinger, Auf der Drift 12 |
| 100 | Wohnhaus Götze, Driftkamp 14 |
| 104 | Wohnhaus mit Verkaufsbüro der Bürgerhaussiedlung, Karl-Marx-Straße 117 |
| 106 | Stolperstein für Samuel Stern, Auf der Drift 11 |
| 112 | Einmannbunker, Adolf-Grimme-Ring / Schopfheimer Allee |
| 132 | Wohnhaus, Zehlendorfer Damm 132 |