Karl-Marx-Straße 117 | Wohnhaus mit Verkaufsbüro der Bürgerhaussiedlung
Denkwürdiger Ort Nr. 104
Das aus einem Wohnteil mit Satteldach und einem flachgedeckten barackenartigen Flügel bestehende Holzhaus befindet sich am südöstlichen Rand der zwischen 1932 und 1936 errichteten Bürgerhaus-Siedlung.
Es entstand 1931 im Zusammenhang mit der Siedlung, noch bevor die nach einheitlichem Typenentwurf errichteten ersten Siedlungshäuser erbaut wurden. In dem eingeschossigen Flügel war das Verkaufsbüro der Siedlungsgesellschaft untergebracht. Es wies bereits die strenge, kubische Form und rationale Gliederung auf, die charakteristisch für die Häuser der Bürgerhaussiedlung werden sollten.
Initiator des Projekts war der Berliner Bauunternehmer Adolf Sommerfeld, der bereits mehrere Großsiedlungen realisiert hatte. Sommerfeld setzte moderne Baumethoden ein und arbeitete an der Rationalisierung des Bauwesens; er stand dem 1919 gegründeten Bauhaus nahe. 1927 erwarb er, mit der „Zehlendorf-West Terrain-Actiengesellschaft" das Areal südlich der Stammbahnlinie und begann mit dem Bau der kostengünstigen Eigenheime für alle Gesellschaftsschichten. Insgesamt gab es sechs Bauabschnitte, die schnell hintereinander fertiggestellt wurden, was auch an der praktischen Konstruktion der Häuser lag. Nach 1933 wurde Adolf Sommerfeld als jüdischer Bürger von den Nationalsozialisten in Deutschland verfolgt und musste ins Ausland fliehen, sein Unternehmen wurde von den Nationalsozialisten übernommen.
In den Jahren 2016 und 2017 wurden die Räume des Hauses zweimal erfolgreich für Ausstellungen der Gemeinde Kleinmachnow. 2019 wurde das Haus mit der Bedingung, es denkmalgerecht zu sanieren, in Erbbaurecht vergeben, und soll künftig u.a. am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein.
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Wohnhaus, Zehlendorfer Damm 132 |