Dorfkirche
Denkwürdiger Ort Nr. 72
Das Kleinmachnower Gotteshaus wurde 1597 fertiggestellt. Eine Inschrift auf der Orgelempore nennt als Baumeister "Casparus Jacke Mauer Meister zu Potstamp 1597“ Auftraggeberin für die im spätgotischen Stil errichtete Kirche - eine der ersten evangelischen Kirchenbauten in der Mark Brandenburg - war Margarete von Hake, Witwe des 1590 verstorbenen Otto von Hake.
Da der größte Teil der Innenausstattung noch aus der Bauzeit stammt, stellt sie ein außergewöhnliches Zeugnis der Renaissance dar. Bemerkenswert sind vor allem der Flügelaltar, der 1599 von Hans Zinckeisen aus Berlin geschaffen wurde, wovon eine Inschrift zeugt. An den Seiten befinden sich die Wappen der Hakes. Ein weiteres Kleinod ist der Taufstein, der 1597 von Nickel Zinckeisen gefertigt wurde.
Auffällig am Kirchenbau sind die unterschiedlich gefärbten Ziegel des Breitturms, der an das Kirchenschiff angefügt wurde. Eine Sage, für die es jedoch keinerlei Beweis gibt, berichtet dazu von zwei adligen Schwestern, die diese Ziegel stifteten, wobei sie unterschiedliche Farben für ihre Ziegel wählten, um festzuhalten, wer wie viel gestiftet hat.
Der Friedhof
Eingerahmt von einer 1684 errichteten Backsteinmauer mit großem Tor, liegt der Friedhof direkt neben der Kirche. Gleich links vom Eingang ist ein Sühnekreuz (35) zu entdecken, um das sich verschiedene Legenden ranken. Vermutlich um 1600 soll es im Streit um eine Frau zu einem Kampf zwischen einem von Hake (welcher, ist nicht überliefert) und Lorenz von Schlabrendorff gekommen sein, dem Letzterer zum Opfer fiel. Hake wurde nicht nur zu Unterhaltszahlungen verurteilt, sondern musste auch ein Sühnekreuz aufstellen lassen.
An der Nordseite der Kirche befindet sich die Begräbnisstätte der Familie Hake. Die Gruftkapelle wurde 1703 während der Renovierung an die Kirche angebaut. Davor finden sich an der Außenmauer der Kirche die Grabsteine einiger hier begrabenen Mitglieder der Familie Hake (10). Darunter sind die Gräber von Dietloff und Auguste von Hake, der letzten hier begrabenen Familienmitglieder. Geht man um die Gruft herum durch ein kleines Tor erreicht man den Teil des kleinen Friedhofs, auf dem bis 1980 noch Kleinmachnower bestattet wurden. Hier findet sich auch die letzte Ruhestätte von Heinrich Funke (18), dem einstigen Gutsförster, der 1920 zum ersten Vorsteher der neu gegründeten Gemeinde gewählt wurde.
Außerhalb der Friedhofsmauern findet sich nordöstlich der Kirche ein Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Kleinmachnow (4), darunter auch Funkes ältester Sohn sowie ein Hake-Nachkomme.
Öffnungszeiten:
Die Kirche ist von April bis November sonntags von 14 bis 17 Uhr und zu Gottesdiensten, Konzerten und Veranstaltungen geöffnet.
Weitere denkwürdige Orte in der näheren Umgebung:
| Nummer | Bezeichnung |
|---|---|
| 19 | Weinberg-Gymnasium, Am Weinberg 20 |
| 24 | Landarbeiterhaus, Zehlendorfer Damm 200, heute Kulturstätte |
| 27 |
Historischer Dorfkern Kleinmachnow, Zehlendorfer Damm |
| 28 | Forsthaus, Allee am Forsthaus 5 |
| 30 | Wohnhaus Paul Henckels, Am Weinberg 5 |
| 31 | Villa Koch, Am Weinberg 7 |
| 32 | Wohnanlage mit Garagen, Am Weinberg 29,31,33 |
| 66 | Wohnhaus, Winzerweg 5 |
| 67 | Wohnhaus, Winzerweg 7 |
| 71 | Wassermühle und Mühlengebäude, Zehlendorfer Damm 217 |
| 133 | Dorfschule, Zehlendorfer Damm 212, heute Begegnungscafé |