Kulturhaus Kammerspiele
Denkwürdiger Ort Nr. 140
Die Kammerspiele wurden von 1936 bis 38 als reines Lichtspielhaus erbaut. Bauherr und Betreiber war Karl Bornemann, Großvater des heutigen Eigentümers. Seit mehr als 70 Jahren ist das Kulturhaus wichtiger Bestandteil in der Geschichte der Gemeinde – war es doch lange Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens in der Region. Als Zeitzeuge beherbergt das alte Haus an der heutigen Karl-Marx-Straße zahllose Erinnerungen und Anekdoten aus der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit, der DDR-Ära und den Jahren nach der Wende bis heute.
Nach der Gründung der DDR wurde die Kultur in den 1950er- und 1960er-Jahren staatlich gesteuert. Es wurde großen Wert auf den Zugang zu Kultur und Bildung gelegt, die der parteipolitischen Weltanschauung der SED entsprachen. Inzwischen hatte Karl Bornemann Sohn Wolfgang das Kino übernommen, flüchtete aber 1961 wegen des zunehmenden Drucks in der DDR mit seiner Familie in die Bundesrepublik. Danach wurden die Kammerspiele verstaatlicht und gingen in die Rechtsträgerschaft des Kreislichtspielbetriebs Potsdam über.
Anfang der 1970er-Jahre entwickelte sich das Haus nach umfassender Sanierung und Modernisierung zur größten kulturellen Einrichtung im Gemeindeverband Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf. Neben Kino-, Musik- und Tanzveranstaltungen nutzt man das Kulturhaus auch als Informations- und Diskussionszentrum für politische Themen.
Mitte der 1980er-Jahre übernahm die Gemeinde Kleinmachnow die Kammerspiele. Nach dem Fall der Mauer wurde den Erben des Erbauers Haus und Grundstück rückübertragen und ein Pachtvertrag mit dem heutigen Eigentümer geschlossen. Der Kinobetrieb rückte wieder in den Fokus der Kammerspiele. 2004 wurde der Pachtvertrag jedoch nicht verlängert. In mittlerweile dritter Generation führte nun Karl-Heinz Bornemann den Betrieb zunächst in Eigenregie weiter. Seit 2012 ist die Kulturgenossenschaft Neue Kammerspiele - ein Zusammenschluss engagierter Kleinmachnower – Pächter. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, diese geschichtsträchtige, aber leider nicht mehr unter Denkmalschutz stehende Kulturstätte zu bewahren, zu erneuern, zu beleben und sie zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt zu machen.
Weitere denkwürdige Orte in der näheren Umgebung:
| Nummer | Bezeichnung |
|---|---|
| 1 | Gedenkstein für Adolf Sommerfeld, An der Stammbahn 57 (Grünstreifen) |
| 2, 5, 6, 8, 114 | Gedenkstätte Adam-Kuckhoff-Platz (mit Mauerteil, Infotafeln, und Messingban im Gehweg) |
| 23 |
Gedenkstein für die Opfer des Faschismus, Opfer-des-Faschismus-Platz |
| 36 | Wohnhaus, Auf der Reutte 5 |
| 48 | Landhaus Ibsch, Jägerstieg 17 |
| 87 | Wohnhaus Beck mit Einfriedung, Ginsterheide 22 |
| 88 | Wohnhaus Claußen mit Einfriedung, Jägerstieg 48 |
| 97 | Stolperstein für Kurt Schmeidler, An der Stammbahn 41 |
| 98 | Stolperstein für Margarethe Eisermann, Brodberg 16 |
| 107 | Stolperstein für Arnim Friedenthal, Elsternstieg 18 |
| 111 | Stolperstein für Marie Sternberg, Uhlenhorst 9 |
| 118 | Wohnhaus Witt, Ernst-Thälmann-Straße 83 |
| 124 | Doppelwohnhaus, Im Dickicht 51-53 |
| 136 + 137 | Stolpersteine für Dr. Fritz und Elisabeth Kretschmer, Wolfswerder 9a |