Inhalt

Angekommen im Hier und Jetzt

2010-2019

2010

Der 1962 als Joliet-Cuire-Club gegründete Kulturverein Kleinmachnow wird aufgelöst. Die Deutsche Flugsicherung gibt die Flugrouten für den neuen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld bekannt und löst einen Sturm der Entrüstung in der Region aus. Entgegen aller bisherigen Ankündigungen sollen diese auch direkt über Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow führen. Zu Protestdemos versammeln sich am 21. September rund 1500 Menschen und am 12. Dezember fast 4000 Menschen auf dem Rathausmarkt.

Positiv sind dagegen die Nachrichten von der Kleinmachnower Schleuse: Deren umstrittener Ausbau wird im November vom Bundesverkehrsministerium überraschend abgesagt. Nach 18 Jahren ist der letzte Bauabschnitt der Sanierung der Eigenherd-Schule abgeschlossen.

2011

Der Ärger um die Flugrouten für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg hält an. In der Fluglärmkommission sitzen nun aber auch die Bürgermeister aus Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf mit am Tisch und kämpfen um Nachbesserungen. Gegen das Planfeststellungsverfahren, an dem Kleinmachnow nicht beteiligt wurde, geht die Gemeinde auch gerichtlich vor.

Die Sanierung des „Panzerdenkmals“ an der Autobahn wird abgeschlossen. Die Schneefräse erstrahlt im November wieder in leuchtendem Pink.

Zum 40. Mal startet im Mai ein Hilfstransport der evangelischen Kirche nach Rumänien. Den jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz von Pfarrer Dieter Langhein und seinem Team würdigt die Gemeinde mit einem Eintrag ins Goldene Buch.

Im November wird im Bürgerbüro Kleinmachnows der 20.000. Einwohner begrüßt.

2012

Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg ist nach wie vor eines der wichtigsten Themen der Region. Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH), Stahnsdorf und Privatpersonen klagt Kleinmachnow nun auch gegen die Festlegung der sogenannten „Wannsee-Route“, die Kleinmachnow, Stahnsdorf, Teltow und den Südwesten Berlins massiv belasten würde. Die Klage gegen das Planfeststellungsverfahren wird im Juli abgewiesen. Auch gegen die zu erwartenden Nachtflüge wehren sich Menschen der Region und starten ein Volksbegehren dagegen. Auch wenn die Eröffnung des neuen Flughafens überraschend abgesagt wird, unterstützen 106.332 Brandenburger – darunter 7279 Kleinmachnower - dieses Volksbegehren.

Kleinmachnows alter Verwaltungssitz am Meiereifeld 35 wird im August abgerissen. Gebuddelt wird auch im Alten Dorf. Um die Überreste des einstigen Gutshofes zu dokumentieren, finden archäologische Grabungen statt. Altes Mauerwerk der Stallungen und Kopfsteinpflaster kommen dabei für kurze Zeit ans Tageslicht.

Maximilian Tauscher wird für sein politisches und ehrenamtliches Engagement seit der Wende zu seinem 75. mit einem Eintrag ins Goldene Buch geehrt.

Die KulturGenossenschaft Neue Kammerspiele eG – ein Zusammenschluss engagierter Bürger - übernimmt den Betrieb des traditionsreichen Kleinmachnower Kulturhauses, um ihm neues Leben einzuhauchen.

2013

Mit ihrer Unterschrift besiegeln die Bürgermeister Thomas Schmidt (Teltow), Bernd Albers (Stahnsdorf) und Michael Grubert (Kleinmachnow) im April die Gründung der Freibad Kiebitzberge GmbH. Damit teilen sich fortan die drei Kommunen die Verantwortung für das Freibad.

Ins Goldene Buch der Gemeinde trägt sich im Mai die 92-jährige Künstlerin Emma-Maria Lange ein, die als „Mutti“ von Pitti-Platsch und weiterer Sandmännchen-Figuren weit über Kleinmachnow hinaus bekannt wurde.

Im Landarbeiterhaus am Zehlendorfer Damm 200 - einem der wenigen Überbleibsel des alten Kleinmachnow - beginnt nach Umbau und Sanierung im Juni eine neue Ära als kultureller Treffpunkt. Die Jugend erhält mit dem Kinder- und Jugendcafe "CupCake" an den Hohen Kiefer einen neuen Treffpunkt.

Im Dauereinsatz ist die Freiwillige Feuerwehr, als im Dezember der Sturm Xaver über die Gemeinde fegt. Zu 25 Einsätze rücken die Kameraden aus, vor allem um Gefahrenstellen durch umgestürzte oder abgeknickte Bäume zu beseitigen.

2014

Mehrheitlich entscheidet sich im Januar nach intensiven Diskussionen die GV dafür, den Neubau der Evangelischen Kirche im Alten Dorf zuzulassen. Am Adolf-Grimme-Ring beginnt im Juni der Bau der neuen Grundschule Auf dem Seeberg, die zum Schuljahr 2015/2016 fertig sein muss. Die ersten Mieter beziehen im August die 52 neuen barrierefreien Wohnungen an der Heinrich-Heine-Straße, die die Gewog mit Unterstützung der Gemeinde gebaut hat. Und in Dreilinden sind endlich die Zeiten holpriger Sandpisten vorbei. Frisch asphaltierte Straßen und neue Beleuchtung erfreuen nun die Anwohner.

Der Platz an der Ecke Hohe Kiefer, Förster-Funke-Allee erhält im Mai den Namen Margarete Sommers sowie eine Stele zum Gedenken an weitere „Stille Helden“, die während des NS-Regimes Mut bewiesen und Menschen vor Tod und Verfolgung bewahrten.

Zwei neue Eintragungen füllen das Goldene Buch der Gemeinde. Zum seinem 60. Geburtstag erhält Kleinmachnows Ex-Bürgermeister Wolfgang Blasig die Einladung sich darin zu verewigen. Ihm folgt im November anlässlich des 25. Jahrestag des Mauerfalls Pfarrer Reinald Elliger der im Herbst 1989 die Kirche zur freien Diskussionen über Veränderungen.

2015

Die große Flüchtlingswelle erreicht im Januar auch die TKS-Region, es folgt eine Welle der Hilfsbereitschaft, die im Rathaus Kleinmachnow koordiniert wird. Unterstützt wird auch die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt sowie einer Schatzkammer für Kleider und Sachspenden im Ort.

Durch das ganze Jahr ziehen sich teils erbitterte Diskussionen um den B-Plan-Entwurf für die Gartensiedlung Kleinmachnow-Süd. Statt Wohnsiedlung soll „Klein-Moskau“ als Wochenendhausgebiet ausgewiesen werden. Nicht jeder Bewohner behält damit sein dauerhaftes Wohnrecht, doch Einzelfalllösungen sollen Härtefälle vermeiden.

Das neue Schuljahr beginnen die Schüler der Grundschule auf dem Seeberg im pünktlich fertiggestellten neuen Schulhaus am Adolf-Grimme-Ring. Komplett neu gebaut wird auch die marode Straße Am Hochwald auf dem Seeberg. Zur Eröffnung im November wird sie offiziell zur Schopfheimer Allee.

Der Fund einer Olympischen Goldmedaille von 1932 wird zum Sommermärchen. Aufgetaucht ist das mehr 80 Jahre alte Stück bei Sanierungsarbeiten in der Kita „Waldhäuschen“. Dort war sie zurückgeblieben als der Mieter Horst Hoeck, Mitglied des Deutschen Gold-Ruder-Vierers in den 1940er Jahren in den Westen floh. Nun erhielt die Familie die Medaille zurück.

Ins Goldene Buch der Gemeinde wurde Gisela Stahn eingetragen, die seit mittlerweile 20 Jahre als Schiedsfrau der Gemeinde Streitigkeiten zu schlichten versucht.

2016

Die Stammbahn-Debatte nimmt Fahrt auf, und die Wiederinbetriebnahme der Strecke bekommt seit Januar immer mehr Zuspruch, nicht nur in der Gemeinde, sondern auch im Land Brandenburg und in Berlin.

Großes Kino gibt es im Februar in den Kammerspielen, denn die Berlinale ist zu Gast und sorgt mit rotem Teppich, Promiauftritten und Blitzlichtgewitter für echten Glamour im alten Haus. Das ehemalige Verkaufsbüro der Sommerfeldsiedlung in Karl-Marx-Straße 117 kommt ebenfalls zu neuen Ehren, denn es wird im September für wenige Wochen zu einem Kleinmachnow-Museum, das Lust auf mehr macht.

Viel tiefer in die Vergangenheit geht es im Alten Dorf, denn bevor dort die Evangelische Auferstehungskirche ihren Neubau errichten kann, wird erneut den Archäologen das Feld überlassen. Und die machen ganz erstaunliche Entdeckungen. Nicht nur die Mauern und Fundamente des alten Gutshofs werden ans Tageslicht geholt, sondern auch mittelalterliche und sogar urgeschichtliche Relikte, die einen Blick in die früheste Geschichte Kleinmachnows ermöglichen.

Die Zukunft des Alten Dorfes beginnt im November mit der Grundsteinlegung für das neue Kirchengebäude.

Grund zum Feiern gibt es im Freibad. Am 1. Mai wird der 40. Geburtstag der Anlage begangen. Abschied nehmen muss die Gemeinde auch von Emma-Maria Lange. Die Puppen-Macherin, die auch Sandmännchen-Star Pitti-Platsch ein Gesicht gab, stirbt am 5. Mai.

Zum Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde wird in diesem Jahr Prof. Dr. Hubert Faensen eingeladen, um ihn für sein Engagement und intensiven Recherchen zur Hakeburg zu ehren.

Bürgermeister Michael Grubert setzt sich in den Bürgermeisterwahlen knapp gegen Herausforderin Uda Bastians-Osthaus (CDU) durch.

2017

Die Gemeinde geht mit ihrem ersten Bürgerhaushalt an den Start. 632 Vorschläge werden von der Bürgerschaft gemacht. 148 davon werden zur Abstimmung gestellt, an der sich immerhin 2305 Kleinmachnower beteiligen. Die elf Vorschläge mit den meisten Stimmen werden von den Gemeindevertretern beraten und - in teilweise abgeänderter Form auf den Weg gebracht.

Die Feuerwehr, die in diesem Jahr ihren 85-jähriges Jubiläum feiert, fährt in diesem Jahr Rekordeinsätze. 577 Mal muss sie ausrücken. Ein großer Teil der Einsätze ist der Natur geschuldet, die Im Sommer für gewaltige Regenmengen und im Herbst für heftigste Stürme sorgt. Selbst mächtigsten Eichen müssen da klein beigeben.

150 Jahre alt wäre Förster Funke in diesem Jahr geworden. Zur Feier sind auch einige Nachfahren geladen, darunter Valentin, der wie sein Ururgroßvater, am 21. September Geburtstag feiert - in diesem Jahr seinen 18.

Lesestoff aus der Telefonzelle gibt es ab Ende November am Puschkinplatz. Die neue Bücherbox, die zum unkomplizierten Büchertausch einlädt, wird von den Kleinmachnowern gut angenommen.

2018

Mit dem Ostergottesdienst erhält im April der neue Kirchsaal der evangelischen Auferstehungsgemeinde im Alten Dorf seine Weihen. Tags zuvor verabschiedeten sich die Gemeindemitglieder von ihrem alten Gebäude im Jägerstieg und zogen mit Kreuz und Skulpturen in einer langen Prozession zu ihrem neuen Gemeindehaus.

Trauer um Reinald Elliger (geb. 1931). Der Pfarrer i. R. stirbt am 25. März. Er zählte zu denen, die der Diktatur der DDR die Stirn boten und im Herbst 1989 den Weg bereiteten für die friedliche Revolution, indem er die Türen der Evangelischen Kirche öffnete und den Menschen Raum bot für ihre Diskussionen.

Mit einer Eintragung in das Goldene Buch wird am 8. Mai die Aktionsgruppe Stolpersteine geehrt. Sie sorgte in der Gemeinde für mittlerweile 22 Stolpersteine und erinnert damit an Menschen, die unter der Naziherrschaft Opfer von Vertreibung, Emigration und Deportation wurden.

Am 2. Juni wird das Freibad Kiebitzberge wiedereröffnet. Nachdem in den Vorjahren bereits Sanitäranlagen und Sauna modernisiert wurden, glänzt das Bad nun auch mit neuen Edelstahlbecken und modernster Technik.

Begleitet von den warmen Klängen echter Alphörner kann im August der Stolper Berg erstmals erklommen werden. Die einstige Mülldeponie am Stolper Weg steht nach Renaturierung und langjähriger Beobachtung nun für einen Spaziergang offen.

Auch für die sportbegeisterte Jugend gibt es Neues: In der Max-Planck-Allee im Europarc erhält sie eine öffentliche Parkour-Anlage, die in Zusammenarbeit mit Jugendlichen vom Verein Parkour Kleinmachnow geplant und errichtet wurde.

Nicht ohne Wehmut begleiten viele Kleinmachnower Ende November am Teltowkanal die Demontage der mehr als 100 Jahre alten Friedhofsbahnbrücke. In stundenlanger Millimeterarbeit wird sie in einem Stück von einem Spezialkran aus ihren Verankerungen gehoben, auf einem Transportschiff abgelegt und schließlich für den Abtransport zerlegt.

2019

Große Gewinner der Wahlen für die Gemeindevertretung am 26. Mai sind die Grünen, die mit sieben Sitzen CDU und SPD (je 5 Sitze) auf die Plätze verweisen.

Die Gründung des Zweckverbands Bauhof TKS wird von den Bürgermeistern aus Teltow, Kleinmachnoiw und Stahnsdorf besiegelt. Am 1. November 2020 soll er seine Arbeit aufnehmen und 2022 einen neuen Betriebssitz in Stahnsdorf erhalten.

Zum 15. Mal ehrt die Gemeinde einen verdienten Mitmenschen mit einem Eintrag in ihr „Goldenes Buch“. Der rennommierte Karikaturist und Satiriker Harald Kretzschmar (88) setzt am 15. August seine Unterschrift auf die von Schwiegersohn Rainer Ehrt künstlerisch gestaltete Seite.

Vier Jahre lang waren die Fußgängerbrücke im Bäkepark und die Holztreppe, die neben der Bäkemühle den Zugang zum Park herstellte, wegen Baufälligkeit gesperrt. Im September werden ein neuer barrierefreier Weg und die sanierte Brücke wieder freigegeben. Gleichzeitig kehrt auch in die Bäkemühle wieder Leben ein. Nach kompletter Sanierung durch die neuen Besitzer Petra und Knud Gastmeier wird sie nun für Arztpraxen und zum Wohnen genutzt.

Gleich sieben neue Ladestationen für jeweils zwei Elektroautos werden im Oktober in Betrieb genommen.

Im November wird der neue Kunstrasen-Sportplatz am Dreilindener Weg seiner Bestimmung übergeben, allerdings noch ohne Umkleideräume und Sanitäranlagen die erst 2020 entstehen sollen.

Eine der wichtigsten Verkehrsadern zwischen Kleinmachnow und Teltow wird am 11. November für voraussichtlich zwei Jahre gekappt. Die marode Rammrathbrücke muss ersetzt, und die Warthestraße gesperrt werden. Staus und viel Ärger sind die Folge.

Auf ihrer letzten Sitzung des Jahres tilgt die Gemeindevertretung den letzten weißen Fleck auf ihrem Flächennutzungsplan. Das Buschgrabengebiet wird zur Grünfläche und die parzellierten Grundstücke im Bereich Wolfswerder/Am Rund werden als Wohnbaufläche dargestellt.

Bild vergrößern: Das alte Dorf mit neuem Kirchsaal
Altes Dorf