Inhalt

Natürlich gärtnern – Ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz!

Die Gemeinde Kleinmachnow und die Lokale Agenda-Gruppe Biodiversität setzen sich dafür ein, Naturgärten in unserer Gemeinde sichtbar und erlebbar zu machen. Eine Plakette am Gartenzaun zeigt: Hier blüht das Leben – für Wildbienen, Marienkäfer, Schlüsselblumen und auch für uns Menschen. Entdecken Sie hier wertvolle Tipps und Anregungen für Ihren eigenen Naturgarten – mit Blick auf eine vielfältige Flora und lebendige Fauna.

Was macht einen Naturgarten aus?

Naturgärten sind Gärten, die bewusst auf heimische Pflanzen und natürliche Strukturen setzen, um die biologische Vielfalt zu fördern. Sie bestehen aus blühenden Wildpflanzen, Stauden und Gehölzen, die perfekt auf die Bedürfnisse heimischer Insekten und Tiere abgestimmt sind. Auch Elemente wie Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen oder Trockenmauern bieten wertvolle Rückzugsorte und Lebensräume. Zusätzlich können Wildblumenwiesen, Wildstrauchhecken und Teiche den Garten noch naturnaher gestalten.

Naturgärten tragen zur Erhaltung von selten gewordenen Tieren und Pflanzen bei, indem sie Lebensräume vernetzen und Zerschneidung sowie Flächenverbrauch entgegenwirken. Durch ihre Vielfalt an heimischen Pflanzen und Strukturen erhöhen sie die Artenvielfalt und sind besonders anpassungsfähig an sich verändernde Klimabedingungen.

Naturgärten gesucht – Kleinmachnow verleiht Naturgarten-Plaketten für naturnahe Gärten

Die Gemeinde möchte das nachhaltige Engagement ihrer Bürger, Unternehmen, Schulen und Kitas in diesem Bereich fördern, indem sie seit dem Sommer 2025 jährlich eine offizielle Naturgarten-Plakette vergibt. Diese Plaketten werden an ökologisch wertvolle und kleintier- und insektenfreundliche Gärten in Kleinmachnow vergeben und gut sichtbar am Gartenzaun, Firmen- oder Schultor angebracht.

Im Jahr 2026 sind 28 Bewerbungen eingegangen. Die Plaketten wurden am 06.10.2026 im Bürgersaal des Rathauses feierlich vergeben. Lassen auch Sie sich inspirieren und holen Sie sich wertvolle Tipps direkt von den ausgezeichneten Naturgärtnerinnen und -gärtnern aus Kleinmachnow!

Sie möchten auch eine Naturgarten-Plakette für Ihren Naturgarten? Bewerben Sie sich ab dem 1. April bis 15. Juni 2027 für die nächste Runde!


Hier sehen Sie schöne Beispiele aus Kleinmachnower Naturgärten:

Laub im Garten – wertvoll für die Natur

Wenn im Herbst die Blätter fallen, beginnt im Garten eine wichtige Zeit für die Natur. Was auf Wegen und Rasenflächen oft als lästig empfunden wird, ist für viele Tiere und Pflanzen eine wertvolle Ressource. Denn Laub ist kein Abfall: Es schützt den Boden, liefert Nährstoffe und bietet zahlreichen Lebewesen einen Unterschlupf für die kalte Jahreszeit. Ein naturnaher Garten muss im Herbst nicht vollständig aufgeräumt sein. Wer Laub gezielt liegen lässt, spart Arbeit, führt dem Boden organisches Material zu und schafft wertvolle Lebensräume. Schon eine kleine, ungestörte Ecke mit Laub kann einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.

Wohin mit dem Laub?

  • Nicht überall ist Laub gleichermaßen sinnvoll. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt es sich im Garten gut nutzen.
  • Unter Bäumen und Sträuchern: Hier darf Laub in der Regel liegen bleiben. Es schützt den Boden und wird nach und nach zersetzt.
  • In einer ruhigen Gartenecke: Sammeln Sie trockenes Laub zu einem lockeren Haufen. So schaffen Sie einen wertvollen Rückzugsort für Kleintiere.
  • Im Gemüse- oder Staudenbeet: Eine dünne, lockere Laubschicht kann den Boden schützen. Besonders geeignet ist Laub als Mulch unter Gehölzen und zwischen robusten Stauden.
  • Auf dem Rasen und auf Wegen: Eine dicke Laubschicht auf dem Rasen sollte entfernt werden, damit das Gras ausreichend Licht und Luft erhält. Auf Gehwegen muss Laub aus Sicherheitsgründen regelmäßig beseitigt werden.

Darauf sollten Sie achten

  • Teich schützen: Fischen Sie Laub aus Gartenteichen, damit sich nicht zu viele Nährstoffe im Wasser anreichern.
  • Kranke Blätter aussortieren: Stark von Krankheiten befallenes Laub sollte nicht als Mulch verwendet werden. Entsorgen Sie es entsprechend den örtlichen Vorgaben.
  • Laub sinnvoll kompostieren: Kleine Mengen lassen sich gut mit anderen Gartenabfällen mischen. Größere Mengen reinen Laubs verrotten langsam und können gegebenenfalls separat gesammelt werden. Schwer verrottbare Laubarten, wie zum Beispiel Eichenlaub erst häckseln und dann kompostieren.
  • Laubsauger möglichst vermeiden: Laubbläser und insbesondere Laubsauger können Kleintiere verletzen oder töten. Rechen und Besen sind meist die naturfreundlichere Wahl.

Auch im öffentlichen Raum gehört das bunte Herbstlaub dazu. Erfahren Sie hier, wie mit dem Laub auf Grünflächen und Wegen umgegangen wird und was Sie als Grundstückseigentümer beachten müssen.


Zum Schutz von Igeln: Mähroboter dürfen nachts nicht mehr fahren

Zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren dürfen Rasenmähroboter in Kleinmachnow in der Zeit von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang des folgenden Tages nicht mehr betrieben werden. Das wurde am 7. Juli 2026 durch die Gemeindevertretung beschlossen.

Die neue Regelung soll die heimische Tierwelt schützen. Für Gartenbesitzer bedeutet das nur eine kleine Umstellung - für Igel und andere nachtaktive Tiere kann sie lebenswichtig sein. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. 

Unser heimischer Braunbrustigel ist eine bedrohte Tierart – doch jede/r kann helfen! Schon kleine Veränderungen im Garten machen einen großen Unterschied. Nicht umsonst sind Igel nach § 44 BNatSchG besonders geschützt. Das bedeutet, dass sie nicht gefangen, verletzt, getötet oder ihre Lebensstätten beeinträchtigt werden dürfen. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit oder in bestimmten Fällen eine Straftat dar.

Warum Igel so wichtig sind:

Igel sind natürliche Schädlingsbekämpfer: Sie fressen Schnecken, Käferlarven und andere Insekten – ganz ohne Chemie! Ein Igel im Garten ist ein echter Verbündeter für alle Hobbygärtner/-innen.


Verletzten oder apathischen Igel gefunden – was tun?

1. Igel sichern: Mit Handschuhen vorsichtig aufnehmen und in einen durchlüfteten Karton setzen.
2. Sofort Hilfe holen:
Wildtierhilfe Potsdam e.V.
Tel.: 0176/22792833, kontakt@wildtierhilfe-potsdam.de.
(Erste Anlaufstelle für Fund-Igel im Landkreis)

Weitere einfache Tipps für igelfreundliche Gärten:

  • Keine Gifte oder Schneckenkörner verwenden
  • Laub- und Reisighaufen als Unterschlupf liegen lassen
  • Durchgänge im Zaun (mind. 10 x 10 cm) schaffen
  • Flache Wasserschalen bei Hitze aufstellen
  • Baugruben, Kellerschächte und Pools absichern
  • Komposthaufen im Winter nicht umsetzen
  • Auf Laubsauger und -gebläse verzichten

Mehr Infos & Tipps zum Thema Igelschutz:

  • Erklär-Video vom NDR: https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Igel-im-Garten-Gefahr-durch-Maehroboter-und-Co,igel528.html
  • Informationen des NABU: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/saeugetiere/00755.html
  • Igelschutz-Themen des Vereins Pro Igel:https://www.pro-igel.de/

Folgende Biotop-Elemente machen einen Garten zum Naturgarten:

  • Bäume heimischer Arten
  • Blumenwiese / Kräuterrasen
  • Insektenhotel
  • Laubhaufen
  • Obstgehölze
  • Nisthilfen
  • Sandige Sonnenflächen
  • Teich / Stehende Wasserfläche
  • Totholz
  • Trockenmauer / Steinhaufen
  • Wildkräuter
  • Wildpflanzentöpfe
  • Wildstrauchhecke
  • Verwilderte Ecken
  • Vogeltränke

Weitere hilfreiche Links zum Thema Naturgarten: