Drei Jahre Forschung - das sind die wissenschaftlichen Empfehlungen für Kleinmachnows Gemeindewald
Satellitengestützte Messungen zeigen: Am 2. Juli 2025 lag der Temperaturunterschied zwischen dem Bannwald und dem Europarc Dreilinden bei bis zu zehn Grad Celsius. Der Gemeindewald bleibt damit an heißen Sommertagen deutlich kühler als versiegelte Flächen. Diese messbare Kühlleistung trägt wesentlich zur kommunalen Klimaanpassung bei.
Das ist eines von vielen wichtigen Ergebnissen aus drei Jahren Forschung, die jetzt im Abschlussbericht des Centre for Econics and Ecosystem Management (CEEM) nachzulesen sind. Aus den Ergebnissen wurden zudem konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt und in einem eigenen Maßnahmenkatalog zusammengefasst. Abschlussbericht und Maßnahmenkatalog stehen jetzt auf der Website der Gemeinde Kleinmachnow zur Verfügung (siehe unten).
Abschlussbericht und Maßnahmenkatalog ab sofort online
Die Ergebnisse der Untersuchungen sind ausführlich im Abschlussbericht - Bannwald Projekt dokumentiert und können hier nachgelesen werden.
Aus den Projektergebnissen leiteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Handlungsempfehlungen für alle Waldflächen in Kleinmachnow ab.
Der Maßnahmenkatalog gliedert sich in sechs Themenbereiche:
- Strategieentwicklung
- Waldnutzung
- Waldbeobachtung & Monitoring
- Waldbezogene Kommunikation & Bildung
- Förderung von lokalem Engagement & Beteiligung
- Kooperation & Zusammenarbeit
Hier gibt es den Maßnahmenkatalog - Bannwaldprojekt Kleinmachnow zum Nachlesen.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Ergebnisse und Empfehlungen des CEEM können künftig als Grundlage für ein langfristiges Management der gemeindlichen Waldflächen und auch der grünen Infrastruktur in Kleinmachnow insgesamt dienen.
Bereits am 10. Juni 2026 wurden die Handlungsempfehlungen des CEEM im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Ordnungsangelegenheiten vorgestellt. Dort bestand Einigkeit darüber, dass die Gemeindevertretung über ein künftiges Waldmanagement auf Grundlage der Projektergebnisse entscheiden sollte.
Die Verwaltung erarbeitet deshalb derzeit eine entsprechende Beschlussvorlage. Sie soll planmäßig im kommenden Ausschuss am 14. Oktober 2026 beraten werden.
Auch die fünf Messstationen, die für das Forschungsprojekt angeschafft wurden, bleiben im Einsatz. Sie werden bereits gemeinsam mit dem Landschaftsförderverein Buschgraben / Bäketal e. V. weiterbetreut. So können langfristig Daten gesammelt und daraus Rückschlüsse auf die Auswirkungen des lokalen Klimas auf den Gemeindewald gezogen werden. Gleichzeitig bietet die Zusammenarbeit eine wertvolle Grundlage für weitere Projekte mit Schulen und Hochschulen.
Auch der Kontakt zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der HNEE bleibt bestehen. So ist beispielsweise für diesen Herbst erneut eine Exkursion von Studierenden des Studiengangs „Sozialökologisches Waldmanagement“ mit Professorin Dr. Katharina Löhr in Kleinmachnow geplant. Gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitenden des Fachdienstes werden sie den Bannwald erkunden, sich mit den Herausforderungen im Umgang mit urbanen Wäldern beschäftigen und mögliche Lösungsansätze diskutieren. Der fachliche Blick von außen kann der Gemeindeverwaltung dabei erneut wichtige Impulse geben.