Acht neue Stolpersteine in Kleinmachnow
Acht neue Stolpersteine ließ der Künstler Gunter Demnig am 25. September 2025 persönlich in Kleinmachnow in den Gehweg ein. Damit erinnern inzwischen 41 Steine in unserer Gemeinde an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, verfolgt, entrechtet oder zur Flucht gezwungen wurden.
Die Verlegung begann am Zehlendorfer Damm 59, wo fünf Stolpersteine für die Familie Troje im Beisein von zwei Nachfahren gesetzt wurden: Enkelin Tanja Grass war für das Ereignis aus Barcelona in Spanien angereist, Enkelin Saskia Smissaert aus Eindhoven in den Niederlanden.
Es folgten zwei Stolpersteine am Kuckuckswald 23 für Gertrud und Bernhard Rosenfeld sowie ein weiterer am Pilzwald 41 für Harry Loewenberg. Die Biografien wurden vor Ort von der Initiative Aktion Stolpersteine Kleinmachnow verlesen – Lebensgeschichten, die von Hoffnung und Mut, aber auch von Entrechtung, Flucht und Bedrohung zeugen.
Auch Bürgermeister Bodo Krause nahm an der Gedenkveranstaltung teil. In seinem Grußwort erinnerte er an die Bedeutung der Stolpersteine als Teil der europäischen Erinnerungskultur: „Die Steine lassen uns stolpern – über Schicksale von Menschen, die einst in unserer Nachbarschaft lebten. Wer sich über sie beugt, verneigt sich vor den Opfern, vor unseren Nachbarn, vor unseren Mitbürgern“, sagte Krause und erklärte: „Wir verleihen unserer Verantwortung Ausdruck, unsere Schuld und unser Versagen zu bekennen und unseren Willen zu bekräftigen, für die Zukunft wachsam zu bleiben und die Erinnerung und das Bewusstsein an das, was geschah, künftigen Generationen weiterzugeben.“
Im Anschluss an die Verlegung lud die Initiative Aktion Stolpersteine Kleinmachnow zu einer Ausstellung und einem gemeinsamen Austausch in die Hohe Kiefer 32. Dort wurde deutlich, dass Erinnern nicht nur bedeutet, in die Vergangenheit zu schauen – sondern Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Erinnerungskultur in Kleinmachnow
Seit 2008 prägen die Stolpersteine mit ihren kleinen Messingplatten das Straßenbild Kleinmachnows. Seitdem wächst die Zahl der Stolpersteine kontinuierlich – seit 2022 regelmäßig einmal im Jahr. Die Initiative Aktion Stolpersteine Kleinmachnow wurde 2005 ins Leben gerufen, getragen von der Evangelischen Auferstehungskirchengemeinde. Bis heute engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich, um die Schicksale der Opfer zu erforschen und sichtbar zu machen. Für dieses Engagement wurde die Gruppe 2018 mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Kleinmachnow geehrt.
Mahnung für die Gegenwart
Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Über 121.000 Steine in 33 Ländern erinnern inzwischen an Menschen, die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen wurden. Auch in Kleinmachnow liegt diese Erinnerung buchstäblich vor unseren Füßen – im Pflaster unserer Gehwege.
Mit den neuen Stolpersteinen wird erneut sichtbar: Die Geschichte geschah nicht irgendwo, sie geschah hier, mitten in unserer Nachbarschaft. Diese Steine fordern uns auf, wachsam zu bleiben und uns für Menschlichkeit, Toleranz und Zivilcourage einzusetzen – heute und morgen.