Mehr als 60 Unternehmerinnen und Unternehmer beim Frühstück im Bürgersaal von Kleinmachnow
Frischer Kaffee, belegte Brötchen, leckerer Kuchen – und jede Menge Gesprächsstoff:
Wirtschaft im Fokus: Bürgermeister spricht Klartext
Bürgermeister Bodo Krause machte gleich zu Beginn klar, worum es ihm geht: "Wirtschaftsförderung hat in Kleinmachnow oberste Priorität." In seinem Vortrag sprach er offen über die finanzielle Lage der Gemeinde, die er als „ernst, aber nicht verzweifelt“ bezeichnete. Durch den Wegzug großer Steuerzahler wie "mobile.de" und "kleinanzeigen.de" gingen Kleinmachnow dauerhaft mehr als ein Fünftel der bisherigen Gewerbesteuereinnahmen verloren. Trotzdem bleibe Kleinmachnow ein attraktiver Standort – mit hervorragender Lage zwischen Berlin, Potsdam und dem BER, hoher Kaufkraft und starker Lebensqualität, betonte Krause. Zugleich machte er aber auch deutlich, dass die Gemeinde künftig priorisieren und konsolidieren müsse: Schulen, Feuerwehr, Infrastruktur – vieles sei wichtig, aber nicht alles gleichzeitig machbar. Sein Fazit: „Sparen, sparen, sparen! Aber nicht an den falschen Stellen!“ Weitere wichtige Punkte, die Krause für Kleinmachnows Zukunft ansprach: besserer ÖPNV-Anschluss und Innovationen im Verkehr, Digitalisierung der Verwaltung und ein moderner Arbeitgeber Rathaus.
„Gemeinsam mehr erreichen“ – RGV wirbt für Zusammenhalt
Im zweiten Teil des Frühstücks stellte Olaf Binek, Vorsitzender des Regionalen Gewerbevereins TKS, unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen – für unsere Region, für unsere Unternehmen“ den Verein vor. Der RGV bestehe seit über 25 Jahren und zähle derzeit 107 Mitgliedsunternehmen. Allein seit 2021 sei die Anzahl von unter 60 auf über 100 Mitglieder gestiegen, unterstrich Binek und betonte: "Mit mehr als 20 Veranstaltungen jährlich bietet der RGV Raum für Kooperation, Austausch und gegenseitige Unterstützung." Zum Schluss kündigte er noch spontan eine Mitgliedschafts-Aktion an: „Wer sich innerhalb der nächsten 14 Tage neu beim RGV anmeldet, bekommt die Aufnahmegebühr von 80 Euro erlassen.“
Sicherheit, Gewerbeflächen, privates Engagement
Weiter ging es beim Frühstück mit Fragen aus der Unternehmerschaft zu den Themen Sicherheit, Gewerbeflächen und privates Engagement:
- Sicherheit: Ein Unternehmer sprach Einbrüche und Sachbeschädigungen in Kleinmachnow an. Bürgermeister Bodo Krause stellte klar, dass Sicherheit für ihn ein zentrales Thema ist. Entsprechend wolle er Schwerpunkte erfassen und gezielt Videoüberwachung dort prüfen, wo Gewalt, Vandalismus oder illegale Müllentsorgung gehäuft auftreten. Angesichts begrenzter Polizeikapazitäten in Brandenburg brauche es Maßnahmen, die das Risiko für Täter spürbar erhöhen – hier könne Überwachung ein Baustein sein, betonte Krause.
- Gewerbeflächen und Leerstand: Ein weiterer Beitrag thematisierte Leerstand im Bereich Fahrenheitstraße/Pascalstraße. Krause kündigte einen systematischen Eigentümerdialog an. Gründe für die aktuelle Lage seien u. a. auch die Corona-Folgen, die zu einem hohen Leerstand von Büro-Immobilien in Berlin geführt hätten. Denn zuvor habe Kleinmachnow immer von der Büro-Not in Berlin profitieren können. Denkbar sei zudem eine kleinere Parzellierung großer Flächen, um neue Ansiedlungen zu erleichtern, sagte Krause.
- Engagement und Privatinitiativen: Eine Unternehmerin, die lange Jahre in den USA gelebt hatte, stellte die Frage nach privatem Engagement in Kleinmachnow – etwa nach US-Vorbild mit Spenden für Gemeinwohlprojekte. Krause reagierte positiv auf die Frage und verwies auf Potenziale in Kleinmachnow. Als Beispiel nannte er die die Idee einer Kulturstiftung zur langfristigen Absicherung des Kleinmachnower Kulturlebens.
Krause abschließend: „Meine Tür steht immer offen! Sprechen Sie die Gemeinde jederzeit gern an. Denn nur gemeinsam können wir die Wirtschaft weiterentwickeln und stärken.“
Gute Stimmung, gute Gespräche
Zwischen Kaffee, Brötchen und Kuchen kam schnell Bewegung in den Saal. Es wurde diskutiert, gelacht, Visitenkarten getauscht – und vor allem: zugehört. Am Ende stand der Eindruck: In Kleinmachnow gibt es eine engagierte, zukunftsorientierte Unternehmerschaft und eine Verwaltung, die den Dialog sucht. Das gemeinsame Frühstück zeigte, dass Verwaltung und Wirtschaft Hand in Hand an einer starken Region arbeiten.