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20 Jahre für die Teltowkanalaue - Rad- und Wanderweg mit vielen Lücken

Ein ambitioniertes Projekt wurde vor 20 Jahren auf den Weg gebracht: Gemeinsam sollten die Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) einen durchgängigen Fuß- und Radweg entlang des Teltowkanals schaffen, so der damalige Vorschlag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Um den Fortschritt des Projekts im Blick zu behalten lud der BUND wieder einmal zur Radtour entlang der Wasserstraße.

Die Bemühungen um den Ausbau der Wegeverbindungen seien zwar vorangekommen, wie Dr. Jens Klocksin als Sprecher der BUND-Ortsgruppe Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (TKS) in der Einladung feststellte, doch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Und das Ziel einer durchgehenden Rad-Verbindung aus TKS über Albrechts Teerofen bis nach Potsdam sei noch nicht erreicht. Wo der Ausbau stockt und welche Aufgaben noch anstehen, sollte die Tour aufzeigen. Dazu ging es in Teltow zunächst von der Knesebeckbrücke zum Stadthafen Teltow.

Hier erläuterte – in Vertretung des Bürgermeisters – Fabian Völkel von der Teltower Verkehrsbehörde die aktuelle Situation. So soll mit dem geplanten Neubau der Knesebeckbrücke eine Unterführung geschaffen werden, die dem Rad- und Fußverkehr eine sichere Querung der Zehlendorfer Straße ermöglicht. Der weitere Verlauf der Strecke ist in Abschnitten vorhanden, es bestehen aber noch große Lücken. Vor allem der gewünschte Brückenschlag über die Hafenzufahrt ist dabei mit vielen Fragezeichen versehen, denn zur Verwirklichung der erforderlichen Verbindungen fehlen derzeit die Mittel. Der Anschluss aus westlicher Richtung wäre allerdings bereits vorhanden, denn ein breiter asphaltierter Weg zwischen Hafen und Abzweig Oderstraße wartet nur darauf, genutzt zu werden. Vorgesehen ist daher die Anbindung über das benachbarte Betriebsgelände mit Umfahrung des Hafens.

Auch im weiteren Verlauf der Strecke, die zwischen Oderstraße und Teltowkanal verlaufen soll, kommen Radler derzeit nur begingt gut voran, denn der Ausbau zweier weiterer Abschnitte hängt von der baulichen Entwicklung des Areals und der Beteiligung verschiedener Investoren ab. Termine zur Umsetzung können aktuell nicht genannt werden.

Über die Rammrathbrücke geht es schließlich nach Kleinmachnow und auf die nördliche Uferseite des Teltowkanals. Die Anbindung an den Kanalauenweg findet sich auf dem Freibad-Parkplatz. Bürgermeister Bodo Krause gibt hier zunächst einen Ausblick, wie eine Verbindung des Wegs in Richtung Zehlendorf/Lichterfelde ermöglicht werden kann.  An der westlichen Ortsgrenze hinter der Seniorenresidenz Augustinum verhindert ebenfalls eine Hafeneinfahrt eine direkte Weiterfahrt. Krause stellt aber in Aussicht, hier einen Brückenschlag schneller realisieren zu können, da die Kosten nicht so hoch wären.

In Richtung Machnower Schleuse gibt es bereits einen durchgängigen Weg bis zum Machnower See. Problemstellen sind jedoch immer die zu querenden Straßen mit ihren hohen Bordsteinkanten, da es keine Unterführungen an den Brücken gibt. Immerhin könnte diese an der Friedensbrücke realisiert werden, wenn dort irgendwann eine Sanierung fällig ist.

Am Zehlendorfer Damm wird wieder die Uferseite gewechselt, um an der Kleinmachnower Dorfkirche vorbei in Richtung Schleuse zu fahren. Ein durchgängiger Weg ermöglicht dies auf dieser Seite des Sees. Um das historische Kopfsteinpflaster der Allee am Forsthaus zu erhalten, wurde ein Seitenweg angelegt, den sich alle Nutzenden teilen müssen. Es ist also gegenseitige Rücksichtnahme gefordert.

An der Schleuse ist zur Weiterfahrt auf Kleinmachnower Gebiet erneut eine Querung des Kanals nötig. Doch für eine gemeinsame Nutzung mit Fußgängern ist der schmale Weg auf der Brücke nicht wirklich geeignet. Vom BUND wird daher vorgeschlagen, zusätzlich den Weg unter den Arkaden wiederzubeleben und mittels Brücke über die Nordkammer der Schleuse zu führen.

Bodo Krause berichtet zudem, dass auch auf der nördlichen Seeseite die Planungen für die Kanalaue weitergehen. So soll der Weg, der unterhalb der Hakeburg entlanggeht, künftig durch die Schleusensiedlung führen. „Das ist ein großes Projekt angesichts der aktuellen Kleinmachnower Haushaltslage“, schränkt er jedoch ein, doch wolle man es wenigstens planerisch abschließen.

„Am Nordufer haben wir unseren Job bereits erledigt bis zur alten Autobahnbrücke“, berichtet er weiter. Das letzte Stück in Richtung Kohlhasenbrück zu bauen, sieht er als Vision, um gut nach Babelsberg zu kommen. Da geht es dann allerdings durch Berliner Gebiete. Einfacher wäre die Verbindung auf der Stahnsdorfer Uferseite zu schaffen, so BUND-Vertreter Jens Klocksin. Bürgermeister Bernd Albers versprach, dass es eines Tages soweit sein wird, diesen Abschnitt durchgehend zu benutzen, ohne vom Rad steigen zu müssen. Problem ist hier ein Teilstück mit Zuckersand. Planungen für einen Wegausbau liegen vor, doch sei die Art der Streckenausführung noch nicht geklärt. Der BUND plädiert hier für einen Bohlenweg.

Zum Abschluss der BUND-Radtour präsentierte Bodo Krause einen Entwurf der Kleinmachnower Verwaltung für die lange geforderte durchgehende Beschilderung der Teltowkanalaue, die in den drei Kommunen noch abzustimmen sei. Für Jens Klocksin ist das nach 20 Jahren tatsächlich eine gute Nachricht. „Das ist wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung“, lobte er. Ob die Beschilderung aber auch wirklich realisiert kommt, bleibt offen, denn aus Stahnsdorfer Sicht gibt es Bedenken hinsichtlich der dann auch erforderlichen Verkehrssicherungspflicht.

  • Kartenansicht  Rad- und Wanderweg Kanalaue