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Senior Trainer

Enkeltrick bis Internet-Kriminalität – in den Medien liest, hört und sieht man zunehmend von Opfern, die auf sogenannte Enkel-, Kripo- und andere Dienstleistungstricks, auf Abzocke bei Kaffeefahrten, auf Haustür- und Telefongeschäfte und Tricks im Internet hereinfielen und dabei oftmals ihre gesamten Ersparnisse verloren. Der Kleinmachnower Jürgen Glindemann hält Vorträge über diese kriminellen Machenschaften und die Möglichkeiten, sich davor zu schützen. Er steht älteren Menschen, die zumeist Opfer solcher Betrugsmethoden werden, mit Rat und Tat zur Seite.

Senior Trainer – was ist das?

SeniorTrainer und SeniorTrainerinnen sind keine Senioren-Trainer/-innen, sondern Senioren und Seniorinnen die als Trainer tätig sind. Diese Trainertätigkeit bezieht sich nicht auf sportliche Aktivitäten (obwohl dies auch möglich ist) sondern auf alle Lebenslagen. Die SeniorTrainer und SeniorTrainerInnen arbeiten unentgeltlich in den verschiedensten Bereichen, wobei sie ihre eigenen Projekte ausarbeiten. Diese Arbeit kann sich nicht nur auf die im bisherigen Berufsleben erworbenen Fachkenntnisse beziehen sondern, die Ausgangsbasis kann auch ein eigenes Hobbys sein, für die man andere Menschen begeistern will. So wie Jürgen Glindemann. Viele Jahre war Glindemann zuvor als Sicherheitspartner in Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt in Kleinmachnow tätig.

Nach einer im Jahr 2017 absolvierten, umfangreichen Ausbildung zum Senior-Trainer unter dem Dach der Akademie 2. Lebenshälfte hat er bereits mehr als 20 Vorträge in Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf und Potsdam sowie in weiteren Orten der Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming gehalten. Sein Repertoire umfasst aktuell 18 Themen vom Enkeltrick über falsche Polizisten bis zu Betrügereien im Internet. Das Angebot erfolgt in enger Absprache und mit Unterstützung der Polizeiinspektion Potsdam. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit erhielt Glindemann im Dezember 2018 vom Innenminister den Landespräventionspreis.

Der beste Schutz vor kriminellen Gefahren ist im richtigen Moment "NEIN" zu sagen

Der beste Schutz vor den kriminellen Gefahren ist die Kenntnis der angewendeten Tricks, um im richtigen Moment misstrauisch zu werden und „Nein“ zu sagen. Aufklärung zu betreiben, ist dringend nötig. Die aktuellen Fälle beweisen dies.

Doch warum sind gerade ältere Menschen so besonders anfällig für diese kriminellen Machenschaften? Es ist die Generation, die die Kriegs- und Nachkriegsjahre miterlebt hat. Damals war es überlebenswichtig sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. „Diese, eigentlich sehr lobenswerte Mentalität, hat bis heute Bestand und wird vielen zum Verhängnis“, weiß der Senior-Trainer. Zudem seien alte Menschen oft einsam, weil der Lebenspartner verstorben ist, die Kinder weit entfernt wohnen oder weil die Gesundheit oder das Umfeld keine Nähe zulassen. Diese Einsamkeit machen sich die Täter zunutze, denn einsame Menschen freuen sich über jeden Kontakt.

Im Rahmen bekannter Gremien, wie zum Beispiel Volkssolidarität, AWO, Seniorenverbände, Rheumaliga und Selbsthilfegruppen vermittelt Jürgen Glindemann in Form von anschaulichen Vorträgen sein Wissen. Aber auch Einzel- oder Gruppenbesuche bei Interessenten im eigenen Wohnumfeld bietet er gerne an. Bei speziellen Fagen des Einbruchschutzes erfolgt die Vermittlung zu den Spezialisten der Präventionsabteilung der Polizei.

Rücksprachen und Anmeldungen sind möglich unter sicherheitimalter@gmx.de oder unter Telefon: 0151/61464144.



Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.
  • Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
  • Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.
  • Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

Weite Infomaterialien unter: Polizeiliche Beratung des Bundes und der Länder