Diese Seite drucken
 


Herbert Sander wurde am 28. Oktober 1938 in Nordhausen geboren.



Kirchenfenster Kleinmachnow

Nach einer Malerlehre und dem Studium der Angewandten Malerei arbeitete er als Szenenbildassistent im DEFA-Studio für Spielfilme in Babelsberg. Seit 1965 war er freischaffender Künstler. 1969 begann seine langjährige Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern und Gärten in Potsdam-Sanssouci, diese Aufgabe nahm er neben der Malerei bis 2003 wahr. Herbert Sander gestaltete Plakate und Publikationen und war seit 1986 wichtigster Ausstellungsgestalter der Stiftung. Neben der großen Ausstellung zum 200. Todestag Friedrich Il. 1986 gestaltete er u. a. 1997 die Ausstellung "Friedrich Wilhelm Il. und die Künste" in Potsdam.

 

Park

Er wollte Parkanlagen, Gärten und Blumen in ihrer Vielfalt zeigen, sein Malstil reduzierte sich auf das Wesentliche und war dadurch besonders expressiv. In den Aquarellen trug er die Farbe in vielen Varianten zügig auf und erreichte dadurch eine intensive Farbigkeit. Er malte stimmungsvolle Bilder mit Motiven aus der Umgebung Berlins und auf Reisen. Ein weiteres wichtiges Anliegen war ihm die Dokumentation jüdischer Friedhöfe in Brandenburg, er malte und entdeckte verfallene Friedhöfe und stellte das Gesehene auf eindrucksvollen Bildern dar. Diesem Projekt wurden mehrere Sonderausstellungen gewidmet. Im Winter 2014 zeigte die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung im Museumshaus "Im Güldenen Arm" eine Retrospektive seiner Werke der vergangenen 20 Jahre.

 

Schwerter zu Pflugscharen

Historische Bedeutung erreichte sein Lesezeichenentwurf "Schwerter zu Pflugscharen", den er 1980 im Auftrag des Landesjugendpfarrers für die Verwendung in evangelischen Jugendgruppen schuf. Kurze Zeit später erschien das Emblem auf Kleidungsstücken und Taschen und wurde ein sehr verbreitetes Symbol der unabhängigen Friedensbewegung in der DDR. 2014 erhielt Herbert Sander dafür den Verdienstorden des Landes Brandenburg.

 

Für die evangelische Auferstehungskirche in Kleinmachnow hatte er in den 1980er Jahren ein beeindruckendes farbenfrohes Glas-Kirchenfenster geschaffen. Das Fenstermosaik Sanders sollte ursprünglich vom alten Kirchenstandort mit in den 2018 eingeweihten Neubau des Gemeindesaals der evangelischen Kirche direkt neben der historischen Dorfkirche am Zehlendorfer Damm und dem Medusentor ziehen, was leider aus Denkmalschutzgründen nicht möglich war. So hätte sich ein Kreis geschlossen, denn Sander hatte sich unermüdlich in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt des Medusentors des ehemaligen Gutshofs Kleinmachnow engagiert, das 1986 als Denkmal eingetragen wurde und 1990 nach der Restaurierung eingeweiht werden konnte.

 

Er hat über viele Jahre Erwachsene und Kinder in Ölmalerei und Grafik unterrichtet, sie mit seiner ruhigen und humorvollen Art künstlerisch motiviert und auf den Weg gebracht.

 

Rittersporn

Herbert Sander war nach der Wende Mitbegründer des Neuen Forums in Kleinmachnow. Bel der ersten freien Kommunalwahl kandidierte er dort für das Bündnis '90, zog sich dann aber aus der aktiven Kommunalpolitik zurück. In den letzten Jahren lebte er mit seiner Frau, der Malerin Karin Sander, bis zu seinem Tod am 4. Januar 2018 in Stahnsdorf. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in Kleinmachnow.

 

Dauer der Ausstellung: 11.1. - 28.2.20
 

Öffnungszeiten:
Mo / Mi / Do / Fr 8 – 18 Uhr / Di 8 - 20 Uhr / 1. Sa im Monat 10 – 13 Uhr / und während der Veranstaltungen

Der Eintritt ist frei



Ort:
Rathaus Kleinmachnow
Adolf-Grimme-Ring 10
14532 Kleinmachnow